Aushang am Frauenlobplatz warnt vor Giftködern

Am Frauenlobplatz hängen seit dieser Woche Warnungen aus: Auf dem Platz sei ein Giftköder entdeckt worden. Was hat es damit auf sich?

Aushang am Frauenlobplatz warnt vor Giftködern

„Achtung!!! Giftköder auf dem Frauenlobplatz“ steht groß auf dem Aushang am Frauenlobplatz. Ein Bild von einem kleinen, grünen Brocken prangt auf dem Zettel, daneben ein Totenkopfsymbol für Gift. Laut dem Aushang wurde der Giftköder am 29. Oktober auf dem Platz in der Neustadt gefunden. Wer die Zettel verfasst und an mehreren Stellen aufgehängt hat, ist allerdings unklar. Merkurist-Leser Daniel entdeckte einen davon Anfang der Woche. „Was hat es mit diesem Aushang am Frauenlobplatz auf sich?“, fragt er in einem Snip.

Kaum Vorfälle

Laut der Facebookseite „Giftköderwarnungen Rheinhessen“, auf welcher das Bild des Köders ebenfalls geteilt wurde, handelt es sich bei dem gefundenen Brocken um Rattengift. Merkurist-Leser Paul dagegen schreibt, dass es um Schneckengift geht. Er scheint die Personen getroffen zu haben, die die Zettel am Platz aufgehängt haben:

Auf dem unabhängigen Webportal „GiftköderRadar“, bei dem angemeldete User Giftköderfunde melden können, ist der Vorfall nicht zu finden. Hier liegt die letzte Meldung in Mainz knapp zwei Jahre zurück. Auch der Polizei liegt keine aktuelle Meldung eines Köders am Frauenlobplatz vor. „Ich verstehe nicht, warum die Leute sowas nicht der Polizei melden“, sagt Pressesprecher Achim Hansen. Er rate dazu, sich bei einem solchen Verdacht immer an die Polizei zu wenden. „Keinem wird ein Vorwurf gemacht, wenn man die Polizei ruft“, so Hansen.

Bei dem Thema Giftköder müsse man auch vorsichtig sein. „Es wird viel Panik gemacht“, sagt Hansen. In Mainz gingen jährlich nur sehr selten Meldungen ein. „Man kann sie an einer Hand abzählen“, so Hansen. Zwar gehe die Polizei jeder Meldung nach, doch dabei sei nie etwas Gehaltvolles herausgekommen, obwohl die sichergestellten Beweismittel in Labors getestet wurden. Sollte sich allerdings ein Giftköderverdacht bewahrheiten, würde sofort eine amtliche Warnung der Polizei herausgegeben werden. Den Aushängen am Frauenlobplatz will die Polizei nun nachgehen.

Vorbeugen und Erste-Hilfe

Doch was können Hundehalter generell tun, um eigene Vierbeiner vor Giftködern zu schützen? Vor allem solle man seinen Hund im Auge behalten, rät die Tierrechtsorganisation PETA auf ihrer Webseite. Zudem sei es wichtig, dass der Hund durch sanfte Trainingsmethoden lerne, nicht alles zu fressen. Ist für ein Gebiet eine Giftköderwarnung ausgesprochen, solle man diese meiden.

Falls ein Hund einen Giftköder frisst, sollte der Besitzer mit ihm zuallererst zum Tierarzt. Mögliche Anzeichen, dass der Hund einen Köder gefressen hat, sind laut PETA etwa Durchfall, Erbrechen, Bewusstlosigkeit, helle Schleimhäute im Rachenbereich oder Krämpfe. Sollte man sich jedoch unsicher sein, hilft ein Anruf beim Tierarzt, der die Symptome einschätzen kann. „Lassen Sie keine wertvolle Zeit vergehen und unterlassen Sie eigenmächtige Behandlungsversuche“, warnt PETA. Falls möglich solle man den Köder oder Erbrochenes einsammeln, damit das Gift bestimmt und somit die richtige Behandlung eingeleitet werden kann.

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