Angst vor „weißem Transporter“ jetzt auch in Mainz

Gerüchte über einen weißen Transporter, der Kinder anlocken soll, verunsichern jetzt offenbar auch Eltern in Mainz. Die Polizei erklärt, was hinter den Meldungen steckt und warnt vor der Verbreitung in WhatsApp-Gruppen.

Angst vor „weißem Transporter“ jetzt auch in Mainz

In den vergangenen Tagen haben Berichte über einen verdächtigen weißen Transporter auch in Mainz für Unruhe gesorgt. Die Meldungen, die ursprünglich aus Rheinhessen stammten, kursieren nun auch in verschiedenen Mainzer Stadtteilen, wie die Polizei Mainz berichtet. Sie stellte nun klar, dass keine objektive Gefahr bestehe, und warnt vor der ungeprüften Weitergabe von Gerüchten.

Auffällig ist laut Polizei, dass sich die Schilderungen der Kinder leicht verändern. War anfangs von einem weißen Transporter und dem Angebot von Kuscheltieren die Rede, gibt es in Mainz nun Versionen der Geschichte, in denen eine Katze eine Rolle spielt. Die Ermittler gehen von einer sogenannten Legendenbildung aus. Dabei würden besorgte Eltern durch die kursierenden Falschnachrichten gewarnt und ihren Kindern Verhaltenstipps geben. Die Kinder tauschten sich untereinander aus und setzten dann eigene Beobachtungen wie einen parkenden Lieferwagen unbewusst in den Kontext der Warnung, wobei sie fiktive Elemente ergänzten.

Besonders besorgniserregend sei die schnelle Verbreitung dieser Nachrichten in sozialen Netzwerken. Die Polizei beobachtete, dass die Meldungen in sehr großen WhatsApp-Gruppen, etwa von Eltern oder Nachbarschaften, geteilt würden. Dort würden die Informationen meist ohne Prüfung des Wahrheitsgehalts und ohne Rücksprache mit der Polizei weitergegeben. Dies führe zu einer unbegründeten „Hysterie“ und massiver Verunsicherung bei Eltern und Kindern.

Die Polizei Mainz betont, dass die Überprüfung eines beschriebenen Fahrzeugs sowie einer Person bereits in der vergangenen Woche keine Anhaltspunkte für eine Straftat oder Gefährdung ergeben habe. Die Situationen stellten sich als harmlos heraus.

Das rät die Polizei

Um eine weitere Verunsicherung zu vermeiden, bittet die Polizei um Besonnenheit und gibt klare Verhaltensempfehlungen. Warnmeldungen über verdächtige Fahrzeuge oder Personen sollten nicht in Messenger-Gruppen geteilt werden, wenn sie nicht von einer offiziellen Behördenseite stammten. Eltern sollten sachlich mit ihren Kindern sprechen, aber vermeiden, durch gezielte Fragen wie „Hat er ein Kuscheltier gezeigt?“ eine falsche Erinnerung zu schaffen.

Die Polizei bittet die Bevölkerung zudem: „Sollten Sie oder Ihr Kind eine Beobachtung machen, die Ihnen verdächtig vorkommt, wenden Sie sich bitte ausschließlich und sofort an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder wählen Sie den Notruf 110. Die Polizei prüft jeden Hinweis sorgfältig und leitet bei geringsten Verdachtsmomenten Sofortmaßnahmen ein.“