Geldüberweisungen und Drohungen: Neue perfide Betrugsmaschen in Mainz

Betroffene sollen sich nicht unter Druck setzen lassen

Geldüberweisungen und Drohungen: Neue perfide Betrugsmaschen in Mainz

In den vergangenen Wochen häufen sich die Fälle neuer Betrugsmaschen per Telefon: Wie die Polizei Rheinland-Pfalz mitteilt, würden Betrüger ihre Opfer nun auch über den Messenger-Dienst WhatsApp anschreiben. Außerdem gebe es vermehrt Anrufe angeblicher Europol-Mitarbeiter.

Der WhatsApp-Betrug sei eine Abwandlung des Enkeltricks: Betrüger rufen nicht an, sondern schreiben eine Nachricht über WhatsApp. Die Täter geben sich als Sohn oder Tochter aus und teilen beispielsweise mit, sie hätten eine neue Handynummer, von der aus sie schreiben. Im weiteren Chatverlauf berichtet der vermeintliche Sohn (oder Tochter) dann, dass er dringend eine Überweisung tätigen müsse, das aber aktuell nicht könne – etwa, weil das alte Handy verloren gegangen oder beschädigt sei. Sie bitten dann darum, die Überweisung zu übernehmen. Meist werde sogar dazu gedrängt, diese als Echtzeitüberweisung zu tägigen. Dann werden die Bankdaten des Geldempfängers ebenfalls per WhatsApp übermittelt.

Die Polizei warnt dringend davor, sich unter Druck setzen zu lassen und eine Überweisung nur aufgrund eines Nachrichtenaustauschs zu tätigen. Man solle sich in einem solchen Fall immer persönlich mit den echten Angehörigen in Verbindung setzen. Wer Opfer eines solchen Betrugs wird, solle sich bei der zuständigen Polizeidienststelle melden.

Angebliche Europol-Mitarbeiter

Vor einer weiteren neuen Betrugsmasche warnt das Bundeskriminalamt bereits seit einigen Tagen. Auch in Mainz und Rheinland-Pfalz häuften sich nun die Fälle, teilt die Polizei mit. Demnach erhalten die Betroffenen Anrufe von angeblichen Europol-Mitarbeitern, oft als englische Computeransage von einer deutschen Nummer aus. Am Telefon wird behauptet, dass den Betroffenen persönliche Daten (ID) gestohlen wurden und Kriminelle nun angeblich mit diesen Daten Straftaten begehen. Die Täter versuchen dann, die Angerufenen zu Geldbeträgen per Überweisung oder Übergabe zu bewegen. Auch versuchen sie, an Informationen über die persönlichen und finanziellen Verhältnisse zu gelangen, um weitere Straftaten vorzubereiten.

Laut Bundeskriminalamt nutzen die Täter dabei ein spezielles technisches Verfahren, so dass ihre Opfer eine tatsächlich zu Europol oder einer deutschen Polizeidienststelle gehörende Telefonnummer angezeigt bekommen.

Auch in diesem Fall gilt: Am Telefon sollten keine Details zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen preisgegeben werden. Europol hat keine Befugnis, Bußgelder zu verhängen oder mit sonstigen strafrechtlichen Konsequenzen gegen jemanden vorzugehen. Man solle einfach auflegen und am besten bei der Onlinewache der Polizei Rheinland-Pfalz detaillierte Angaben zum Anruf machen. Dort würden alle Fälle derzeit gesammelt und ausgewertet.

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