Was hinter den Anti-Grünen-Plakaten in Mainz steckt

In rund 50 Großstädten sind in den letzten Tagen Anti-Grünen-Plakate aufgetaucht - unter anderem in Mainz. Was dahinter steckt.

Was hinter den Anti-Grünen-Plakaten in Mainz steckt

Normalerweise werben Wahlplakate vor einer Bundestagswahl für die Positionen von Parteien oder Kandidaten. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verspricht vor rotem Hintergrund etwa „Respekt für dich“, der parteilose Mainzer Kandidat Professor Gerhard Trabert ist laut Wahlplakat „sozial gerecht, echt!“.

Doch seit einigen Tagen sind auch Anti-Plakate mit dem Hashtag „#Grüner Mist 2021“ in Mainz zu finden, unter anderem in der Rheinallee. „Totalitär. Sozialistisch. Heimatfeindlich.“, sei die grüne Partei. Oder sie stehe für: „Klimasozialismus. Ökodiktatur. Enteignungsterror.“

Laut Homepage der Kampagne gibt es Tausende dieser Großplakate in über fünfzig deutschen Städten. Hinter der Aktion stecke eine „unabhängige Bürgerinitiative“, Kampagnensprecher ist David Bendels. Man wolle die Partei demaskieren, „um sie von der Regierungsmacht im Bund fernzuhalten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Internetauftritt und Großplakate seien aus „Spenden von Mittelständlern und engagierten Bürgern finanziert“, die sich zum Ziel gesetzt hätten, ein „weiteres sozialistisches Großexperiment auf deutschem Boden“ zu verhindern.

„Afd-nahe Kampagne“

Laut „taz“ ist es aber viel mehr eine „rechte Truppe von AfD-Freunden“, die hinter der Kampagne stecke. Bendels ist nämlich auch Chef des Blattes „Deutschland-Kurier“, das als rechtspopulistisch und AfD-nah eingeschätzt wird. Zur konkreten Finanzierung will sich Bendels auf „taz“-Anfrage nicht äußern, eine Merkurist-Anfrage blieb bisher ganz unbeantwortet.

Auf Twitter haben sich bereits mehrere Grünen-Politiker zu der Kampagne geäußert. „An die Absender: Kein noch so schmutziger Wahlkampf kann uns stoppen“, schreibt etwa Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. „Wir werden dieser Kampagne noch mehr Grün auf den Straßen entgegensetzen.“

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