So wehrt sich die Mainz 05-Fanabteilung gegen AfD-Kritik

Weil er früher Mitglied der Mainzer Ultraszene war, kritisiert die Mainzer AfD die Ernennung von Vincent B. zum neuen Fanbeauftragten des FSV. Die Mainz 05-Fanabteilung reagierte mit klaren Worten auf die Kritik.

So wehrt sich die Mainz 05-Fanabteilung gegen AfD-Kritik

Ärger um den neuen Fanbeauftragten von Mainz 05: Am Montag erklärte die Mainzer AfD-Stadratsfraktion in einem Statement, dass die Ernennung des „Anführers der gewaltbereiten Fußball-Ultra-Szene Vincent B.“ zum hauptamtlichen Fanbeauftragten des FSV Mainz 05 „skandalös“ sei.

„Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht. Vincent B. ist einer der selbsternannten Anführer der gewaltaffinen Mainzer Ultra-Szene. Diese fällt immer wieder durch Krawalle und Sachbeschädigungen auf. Bereits 2014 war Vincent B. Capo der Mainzer Ultras, als ein Polizist mit einer Flasche verletzt und Pyrotechnik in Braunschweig gezündet wurde“, so Fraktionsgeschäftsführer Stefan Beckmann. Weiter heißt es, die Mainzer Ultras hätten die Ermittlungsarbeit der Polizei nach dem Flaschenwurf behindert.

„Die Ultra-Szene Mainz hat dem Verein Mainz 05 und dem Ansehen der Stadt Mainz schweren Schaden zugefügt.“ - Lothar Mehlhose (AfD)

Außerdem kritisiert die Partei die Stadt Mainz. Diese zahle jährlich erhebliche finanzielle Zuschüsse an das Mainzer Fanprojekt, die eng mit der Ultra-Szene zusammen arbeiteten. „Welch ein Signal ist nunmehr die Beschäftigung einer derartigen Person, insbesondere nach den Krawallen beim Pokalspiel in Kaiserslautern und dem Auftreten der Ultra-Szene vor dem Theater in Mainz, bei dem der gesamte Vorplatz verdreckt hinterlassen wurde“, so der AfD-Fraktionsvorsitzender Lothar Mehlhose. „Die Ultra-Szene Mainz hat dem Verein Mainz 05 und dem Ansehen der Stadt Mainz schweren Schaden zugefügt.“

Mainz 05-Fanabteilung kontert

Am späten Montagabend äußerte sich die Fanabteilung des FSV-Mainz 05 in einem Facebook-Statement. Darin heißt es in Bezug auf die AfD-Mitteilung: „Der Artikel strotzt vor Unterstellungen an einen jungen Mann, der zwar populärer Teil einer Ultragruppe war, dem aber persönlich keinerlei Verfehlungen vorgeworfen wurden und werden. Anders sieht es übrigens bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten aus Mainz aus, der wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung verurteilt wurde.“ Damit spielt die Fanabteilung auf den Mainzer AfD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier an. Dieser war im Dezember 2018 wegen der Beteiligung an einem Angriff von Kaiserslautern-Anhängern auf Mainzer Fußballfans zu einer Geldstrafe verurteilt worden (wir berichteten).

Vincent B. habe sich bewusst für den Weg als Fanbeauftragter bei Mainz 05 entschieden, heißt es weiter. „Mainz 05 spricht ihm aus gutem Grund das notwendige Vertrauen aus.“ In anderen Vereinen habe es sich bereits bewährt, wenn Fanbeauftragte zuvor in der Fanszene aktiv waren. Vincent B. werde an seinen zukünftigen Leistungen in seinem Amt beurteilt. Dabei werde auch nicht vergessen, dass er in der Vergangenheit oftmals vermittelnd agiert habe.

Abschließend heißt es: „Wir wünschen ihm viel Erfolg in einem oft mehr als undankbaren Aufgabengebiet und hoffen sehr, dass Unterstellungen und Hetzkampagnen keine Chance haben. Er hat eine faire Chance verdient!“ (rk)

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