Trotz Attest: Kein Einlass ohne Maske

Keine Maske - kein Einlass: Diese Erfahrung musste ein Merkurist-Leser in den vergangenen Tagen an einem Mainzer Bekleidungsgeschäft machen. Dass er keine Maske tragen muss, bescheinigte ihm jedoch ein ärztliches Attest.

Trotz Attest: Kein Einlass ohne Maske

Eigentlich hatte sich Merkurist-Leser Jannik* seinen Samstag vor knapp zwei Wochen völlig anders vorgestellt. Geplant hatte er, mit seiner Ehefrau und seinen Kindern neue Kleidung in der Mainzer „Peek & Cloppenburg“ (P&C)-Filiale zu kaufen. Doch diese Idee konnte sich Jannik bereits am Eingang der Filiale „Am Brand“ abschminken, denn betreten durfte er den Laden nicht.

Wegen einer Asthma-Erkrankung ist Jannik seit mehr als zwei Monaten von der Maskenpflicht befreit. Seine Hausärztin stellte ihm das Attest aus (liegt Merkurist vor), nachdem Jannik unter immer stärkeren Beschwerden wegen der Maske litt. Wie er im Gespräch gegenüber Merkurist schildert, war die fehlende Maske auch der Grund dafür, dass ihn ein P&C-Mitarbeiter nicht hineinließ. „Ich habe ganz sachlich am Eingang erklärt, dass ich durch ein Attest von der Maskenpflicht befreit bin und habe dieses Attest auch vorgezeigt.“ Doch das hätte einen Angestellten der Filiale überhaupt nicht interessiert, schildert Jannik die Situation.

„Ich habe mich diskriminiert gefühlt.“ - Jannik

Stattdessen machten ihm gleich zwei Mitarbeiter klar, dass ein Eintritt ohne Maske für Jannik nicht möglich sei. Auch ein Telefonat mit dem Ordnungsamt konnte die Situation nicht entspannen: „Mir wurde gesagt, dass ich im Recht bin, allerdings sei es gerade nicht möglich, einen Beamten vorbei zu schicken“, gibt Jannik das Gespräch wieder. Mit dem Ordnungsamtsmitarbeiter habe der „P&C“-Angestellte am Telefon zudem nicht sprechen wollen. „Also habe ich meine Frau und meine Kinder in den Laden geschickt und bin draußen geblieben“, so Jannik. „Ich habe mich diskriminiert gefühlt.“

Belastende Situation

In die meisten anderen Geschäfte kommt Jannik problemlos. Auch wenn er dort oft von anderen Kunden zurechtgewiesen wird. „Vor einigen Wochen stand ich an der Fleischtheke und wurde von einem anderen Kunden gleich angeblafft.“ Dieser habe dann gesagt: „Du hast wohl deine Maske vergessen.“ Die Art ist für Jannik störend: „Ich werde immer gleich mit ‘du’ angesprochen und wie ein Depp dargestellt.“ Abhilfe könnte ein Hinweis schaffen, den einige Geschäfte nun angebracht haben. Damit weisen sie ihre Kunden darauf hin, dass es Menschen gibt, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können.

Für ihn ist die Situation belastend. Versuche, mit einem dünnen Schal statt einer Maske oder einem Visier in geschlossene Räume zu gehen, brachten auch nichts. Jannik klagt wie auch unter der Maske wegen seiner Erkrankung unter Symptomen wie Schwindel oder Kreislaufproblemen. Doch auch eine andere Sache empfindet er als störend: „Man wird immer gleich auf eine Stufe mit Maskenverweigerern oder Reichstagsstürmern gestellt. Aber ich kann mich doch auch nicht vor jedem anderen Kunden rechtfertigen.“

Jannik sagt, er würde wieder in eine Filiale von „P&C“ gehen, auch wenn ihn das Vorgehen der Mitarbeiter vor knapp zwei Wochen fassungslos zurücklässt. Eine Entschuldigung hat er bis heute nicht erhalten. Auch eine Merkurist-Anfrage zum Vorfall blieb bis jetzt von „P&C“ unbeantwortet.

*Name von der Redaktion geändert (df)

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