Nach tödlichem Unfall: Bekommt die Rheinallee eine Fußgängerbrücke?

Sowohl die Stadt als auch die Mainzer Mobilität haben auf den tödlichen Unfall Ende September in der Rheinallee mit Anpassungen reagiert. Doch könnte sich dort bald die ganze Verkehrsführung ändern?

Nach tödlichem Unfall: Bekommt die Rheinallee eine Fußgängerbrücke?

Der tödliche Unfall am 29. September in Mombach schockierte viele Menschen: Ein 22-Jähriger wollte die Rheinallee auf Höhe des Kaufland-Supermarkts überqueren und kletterte dabei über mehrere Leitplanken. Auf dem mittleren Fahrstreifen, der stadteinwärts führt, wurde er von einem Auto erfasst und blieb schwer verletzt auf der Straße liegen. In einem Krankenhaus erlag er keine zwei Stunden später seinen Verletzungen.

Wer die Rheinstraße sicher überqueren will, kann das am „Fahrrad Franz“ und dann erst wieder kurz vor dem Mombacher Kreisel machen. Dazwischen liegen etwa 1,6 Kilometer ohne sicheren Übergang. Die Folge: Viele Fußgänger überqueren die Straße verbotswidrig an gefährlichen Stellen. Dabei kann die Geschwindigkeit der Autos unterschätzt werden, zumal kurz vor dem Mombacher Kreisel Tempo 70 erlaubt war und auch davor nicht jeder bei 50 bleibt. Zumindest Tempo 70 hat sich jetzt erledigt: Die Stadt hat nach dem tödlichen Unfall reagiert.

Fußgängerbrücke? Ampel? Tempo 30?

„Die Tempobeschränkung wurde nach dem Unfall von 70 auf 50 km/h reduziert“, teilte die Stadt Mainz auf Merkurist-Anfrage mit. Die Mainzer Mobilität hat als Reaktion auf den Unfall die Haltestelle „An der Quellwiese“ gestrichen. Doch wird es in Zukunft weitreichendere Änderungen geben? In einem Snip von Leser Rino hat sich eine kontroverse Diskussion entwickelt. Rino selbst schlägt eine Fußgängerbrücke über die Rheinallee zwischen „Fahrrad Franz“ und Mombacher Kreisel vor.

Ein anderer User findet, dass die ganze Verkehrsführung geändert werden sollte: „Die komplette Fahrtpassage muss neu überdacht werden, da völlig veraltet, ab Hochbrücke bis Erdal-Kreisel. Die verdreckte Mittelleitplanke aufgerissen, mindestens zwei Fußgängerampeln gesetzt werden, damit Menschen die Straße überqueren können.“ Weitere Vorschläge der Leser: ein Zaun, um Fußgänger von der Straße fernzuhalten, eine Ampelanlage oder sogar Tempo 30 auf der ganzen Rheinallee. Doch hat die Stadt überhaupt vor, etwas zu verändern?

Das sagt die Stadt

Im Prinzip ja, aber nicht jetzt. „Aufgrund des aufwändigen Zeitlaufs für den Rückbau der Mombacher Hochbrücke wird derzeit ein Rahmenplan erstellt“, sagt Stadtpressesprecher Ralf Peterhanwahr. Dieser solle Potentiale zur Entwicklung aufzeigen. „Der genaue Zeitpunkt des Rückbaus steht noch nicht fest, dieser ist abhängig von dem Ergebnis des Vergabeverfahrens. Die Einleitung des Verfahrens ist in 2023 geplant.“ Erst nach diesen Arbeiten sei mit einer Umgestaltung der Rheinallee zu rechnen. „In diesem Zusammenhang sind auch Überlegungen für eine Fußgängerbrücke und Anpassungen der Verkehrsführung zu sehen.“

Einerseits solle in Zukunft die Rheinallee als Stadteingang attraktiver gemacht werden, aber auch die „Barrierewirkung“ der Rheinallee reduziert werden. Teil der Planung sei es auch, die Radverkehrsinfrastruktur zu verbessern.

Logo