Mainzer Gastronomen stellen klare Forderungen an Politik

Kommen bald große Lockerungen für die Gastronomie? Das zumindest erhoffen sich Mainzer und bundesweite Gastronomen von der Politik. Bei einem Pressegespräch am Dienstag formulierten sie ihre Forderungen.

Mainzer Gastronomen stellen klare Forderungen an Politik

Nach eineinhalb Jahren Corona-Maßnahmen hatte es im Herbst 2021 wieder Hoffnung für die Gastronomie gegeben. Das Geschäft lief fast wieder normal, es gab kaum noch Einschränkungen. Doch dann kamen erst Delta und dann Omikron – und die Maßnahmen wurden immer weiter verschärft. Ab Ende November durften in Rheinland-Pfalz nur noch Geimpfte und Genesene in die Gastronomie, am 4. Dezember sollte auch das nicht mehr reichen. Ab dann galt die 2G-Plus-Regel, nach der sich auch immunisierte Personen testen lassen mussten. „Vom 3. auf den 4. Dezember gab es einen extremen Einbruch, Weihnachtsfeiern wurden abgesagt, die Restaurants wurden deutlich leerer“, sagte Markus Hoffmann von der Enchilada Group (Wilma Wunder, Aposto, Zenz) bei einem Pressegespräch am Dienstag im Waschhaus am KUZ.

Während auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt die 2G-Regel galt und rund 2000 Personen Glühwein tranken und Kartoffelpuffer aßen, blieb das „Wilma Wunder“ am Markt leer. „Einmal saßen drei Leute bei uns, die schon früh geboostert waren und sich aufwärmen wollten. Normalerweise sind wir voll, wenn Weihnachtsmarkt ist.“ Doch extra testen lassen, um nach dem Weihnachtsmarkt noch in einem Lokal einzukehren? Das machten nur die wenigsten. Zusammen mit dem „Leaders Club“ – einer Vereinigung von mehr als 270 Gastronomen in Deutschland – luden Hoffmann, Malte Budde (1. Vorsitzender Tourismusfonds, Hyatt) und Ata Delbasteh (Bergschön, Lulu) zu dem Pressegespräch ein. Parallel wurde ein Live-Stream aus einer Pressekonferenz in Berlin gezeigt, bei der unter anderem Star-Koch Tim Mälzer dabei war.

„3G überflüssig“

Auch Delbasteh vom Bergschön und Budde vom Hyatt-Hotel bekamen die Auswirkungen von 2G-Plus zu spüren. „Wir hatten einmal eine Reservierung von einer zehnköpfigen Gruppe. Weil einer von ihnen dann nicht getestet war, konnten wir am Ende die ganze Gruppe nicht reinlassen“, so Delbasteh. „Dann blieb das Lokal halb leer.“

Auf hessischer Seite gab es hingegen weiterhin 2G ohne Plus. Die Folge: Viele gingen lieber auf der anderen Rheinseite ins Restaurant. Auch deshalb fordern die Gastronomen von der Politik jetzt endlich bundesweit einheitliche Regeln. Und am besten möglichst gar keine Einschränkungen mehr. Star-Koch Tim Mälzer sagte in Berlin: „Ich halte auch 3G mittlerweile für überflüssig. Ich sehe keinen Sinn mehr für weitere Einschränkungen in der Gastro.“ Dabei habe er die Corona-Regeln zwei Jahre lang unterstützt. Doch längst fehle den Gastronomen eine Perspektive. „Jeden Euro, den wir jetzt verlieren, kriegen wir nie wieder“, so Mälzer.

Forderungen an die Politik

Deshalb fordern die Gastronomen in Mainz und Berlin nicht nur eine klare Lockerung der bisherigen Regeln. Sondern auch eine schnelle Erhöhung der Minijob-Grenze auf 520 Euro, eine Erhöhung des steuerfreien Corona-Bonus auf 3000 Euro und eine dauerhafte Absenkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie. Dabei gehe es auch um die Mitarbeiter, die seit Corona in andere Branchen abwanderten. „Das Kurzarbeitergeld ist wichtig, aber davon allein kann man in den Städten nicht leben“, so Mälzer.

Hoffnung darauf, dass sich nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch viel ändert, haben die Gastronomen aber nicht. Delbasteh sagt: „Ich erwarte nicht viel bis Ostern.“ Auch wenn es mehr als wünschenswert wäre. „Wir haben bewiesen, dass die Gastronomie kein Pandemietreiber ist.“

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