Als zwei Kampfjets über Bodenheim zusammenkrachten

Genau 30 Jahre ist es her, dass über Bodenheim zwei US-Kampfjets frontal zusammen stießen. Einer der Piloten starb, der andere wurde verletzt. Noch heute erinnern sich Bodenheimer an das Unglück.

Als zwei Kampfjets über Bodenheim zusammenkrachten

Der Zusammenstoß zweier US-Kampfjets über Bodenheim jährt sich am heutigen Freitag zum 30. Mal. Bei dem Unfall am 29. Juni 1988 war ein Pilot ums Leben gekommen, ein weiterer schwer verletzt worden. Im Gedenken an das Unglück legten am Mittwoch Zeitzeugen Blumen an einem Denkmal in Bodenheim nieder.

Vor 30 Jahren waren die US-Piloten Michael Crandall und Robert McCormack mit ihren Kampfjets für einen Übungsflug über dem Rhein-Main-Gebiet unterwegs. Dann, kurz vor Nackenheim, krachten die beiden zusammen. „Es gab einen lauten Schlag und ein Feuerball leuchtete hell auf“, sagte Zeitzeugin Astrid Lathomus vor zwei Jahren gegenüber Merkurist (wir berichteten). Sie war 28 Jahre, als sie den Unfall mit ansah. „Ich konnte einen Piloten erkennen, der im Schleudersitz herausgeschossen wurde“, erzählt Astrid. „Mein Mann stand deshalb stundenlang im Stau und hat an der Unglücksstelle, heute in der Höhe des Aldi in Bodenheim, Übungsbomben des Kampfjets im Asphalt, mitten auf der Straße, stecken sehen.“

Auch die heutige Ortsbürgermeisterin von Nackenheim, Margit Grub, erlebte den Zusammenstoß mit eigenen Augen. „Aus dichtem Rauch rannte mir ein dunkelhäutiger Mann mit seinem Fallschirm über den Schultern entgegen“, sagte sie 2016 gegenüber Merkurist. „Er schrie panisch auf Englisch, er müsse dringend telefonieren. Ich schickte ihn zu einem Bürogebäude.“

Der Unfall 1988 hätte noch schlimmer ausgehen können: „Hätte sich die Kollision der beiden Flugzeuge über dem nördlichen Ortsrand von Nackenheim eine Sekunde früher ereignet, hätten die abstürzenden Flugzeuge unweigerlich die Schule in Nackenheim getroffen, eine Sekunde später wären sie in das Gewerbegebiet von Bodenheim gestürzt“, schreibt die Feuerwehr Mainz in ihrer Chronik. Die Piloten schafften es allerdings noch, über ein unbewohntes Feld bei Bodenheim zu fliegen. Dort stürzten sie ab. An der Unfallstelle erinnert heute noch ein Gedenkstein an den verstorbenen Piloten Crandall.

Später stellte sich heraus, dass er während des Unfalls übermüdet gewesen war. Sein Dienst dauerte bereits 18 Stunden, in denen er mehrere Trainingsflüge flog. Dennoch schickte die Leitung der Jagdstaffel auf der Air Base in Hahn den Piloten nochmal in die Luft. Wegen dieser Entscheidung musste der Staffelkapitän nach dem Unglück zurücktreten. Der überlebende Pilot, McCormack, fing nach langer Genesungszeit wieder bei Continental Airlines in den USA an zu arbeiten.

Logo