Fast 19.000 Mainzer beim „Zensus“ befragt

Interviews abgeschlossen

Fast 19.000 Mainzer beim „Zensus“ befragt

Die persönlichen Zensus-Interviews bei zufällig ausgewählten Anschriften in Mainz sind offiziell zu Ende gegangen. Das berichtet die Stadt Mainz. Nur in wenigen Einzelfällen würden Befragungen noch nachgeholt.

Seit dem 15. Mai 2022 fand bundesweit der „Zensus“ statt (wir berichteten). Beim Nachfolger der klassischen Volkszählung sollen Daten über die Bevölkerungsstruktur und Wohnungsdaten gesammelt werden. So wurde seit Mai 2022 auch in Mainz festgestellt, wie viele Menschen hier leben, wie sie wohnen und arbeiten.

Fast 19.000 Mainzer befragt

In Mainz waren 196 Erhebungsbeauftragte im Einsatz, um an 2300 zufällig ausgewählten Anschriften alle dort wohnhaften Personen an der Haustür zu befragen. Zudem fanden an allen Wohnheimen Befragungen der Studierenden statt. „Wir haben mittlerweile über 18.800 Bürger:innen erfolgreich befragt. Ausgewählte Haushalte und Einzelpersonen, bei denen keine Befragung stattfinden konnte, werden aktuell nochmals angeschrieben und zum Ausfüllen des Fragebogens aufgefordert“, so der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Das größte Projekt der amtlichen Statistik war wegen der Corona-Pandemie zuvor um ein Jahr verschoben worden.

In Mainz haben weit über 80 Prozent der Befragten den Fragebogen, den sie von den Erhebungsbeauftragten des Zensus 2022 erhalten hatten, bereits beantwortet. OB Ebling: „Wer den Fragebogen bislang noch nicht abgeschickt hat, sollte dies bitte zeitnah und umgehend erledigen.“ Der Präsident des Statistischen Bundesamts, Dr. Georg Thiel, sagt: „Wir brauchen alle Rückmeldungen, um dem hohen Qualitätsanspruch der Zensus-Ergebnisse gerecht zu werden. Daher rufen wir alle Befragten auf, ihrer gesetzlichen Pflicht nachzukommen und den Fragebogen zu beantworten.“

Ein kleiner Teil der bereits Befragten könnte darüber hinaus bald erneut für ein kurzes persönliches Interview kontaktiert werden. Diese „Wiederholungsbefragung“ dauere etwa fünf Minuten. Landesweit betrifft das rund vier Prozent der Befragten der Haushalte- und Wohnheimbefragung.

Hintergrund

Mit dem Zensus 2022 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfinden soll. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der anstehende Zensus zuletzt von 2021 in das Jahr 2022 verschoben. Der größte Unterschied des Zensus zur traditionellen Volkszählung ist, dass nicht die gesamte Bevölkerung befragt werden muss. Stattdessen werden zum Großteil Daten aus Verwaltungsregistern genutzt, die um eine Stichprobenbefragung ergänzt werden.

„Bundesweit wurden nur rund zehn Prozent der Bevölkerung für ein kurzes Interview mit einer/einem Erhebungsbeauftragten ausgewählt, so auch in Mainz“, sagt OB Michael Ebling. „Diese Stichprobenbefragung war notwendig, um Melderegisterabweichungen festzustellen und um Daten zu erheben, die nicht in den Registern vorliegen - wie zum Beispiel Angaben zu Bildung und Ausbildung oder zur Erwerbstätigkeit. Die anonymisierte Auswertung der Daten ist dabei garantiert.“ Alle ausgewählten Personen waren und sind nach dem Zensusgesetz zur Auskunft verpflichtet.

Zuletzt war der Zensus kritisiert worden, da die Software des Statistischen Bundesamts Probleme machte und teilweise Menschen mehrfach oder mit unpassenden Fragen kontaktiert wurden. So habe es laut Deutschem Städtetag deutschlandweit Problemanzeigen gegeben (wir berichteten).

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