Kritik an Xavier Naidoo-Konzert in Mainz

Der Ortsvorsteher der Oberstadt Daniel Köbler spricht sich öffentlich gegen den Auftritt von Xavier Naidoo im Volkspark aus. Er wirft dem Künstler unter anderem Antisemitismus und Homophobie vor. Den Veranstalter bittet Köbler, das Konzert abzusagen.

Kritik an Xavier Naidoo-Konzert in Mainz

Mit mehr als sechs Millionen verkauften CDs ist Sänger Xavier Naidoo („Dieser Weg“) einer der erfolgreichsten deutschen Künstler aller Zeiten. Seit Jahren füllt Naidoo große Hallen und Arenen. Auf seiner Tournee im kommenden Jahr wird der Sänger auch in Mainz auftreten. Doch nun gibt es starke Kritik am für den 11. Juli 2020 im Volkspark geplanten Konzert. Oberstadt-Ortsvorsteher Daniel Köbler (Grüne) fordert den Veranstalter Mainzplus Citymarketing in einem öffentlichen Brief auf, das Konzert abzusagen.

Naidoo bediene „antisemitische Klischees“

Laut Köbler haben antisemitische, homophobe und antidemokratische Einstellungen hier (Mainz) nichts zu suchen. Aber genau dafür stehe Xavier Naidoo leider seit einigen Jahren und hätte davon auch nichts öffentlich wahrnehmbar zurückgenommen, so Köbler. In Zeiten von zunehmender Menschenfeindlichkeit, antidemokaratischer Parolen auf deutschen Straßen und in den Parlamenten sei es absolut inakzeptal, dass ein städtisches Unternehmen einen Musiker einlade, der antisemitische Klischees bediene und offen mit den Verschwörungstheorien der antidemokratischen Reichsbürgerszene sympathisiere, so Köbler in seinem Brief.

Naidoo, der auch zur aktuellen Jury der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gehört, stand in der Vergangenheit deshalb bereits öfter in der Kritik. Laut einem Bericht der „Deutschen Welle“ (DW) gilt Naidoo als Anhänger der Reichsbürger-Bewegung, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnet, und behauptet, Deutschland werde von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs kontrolliert. „Öffentlich sprach Naidoo von einem ‘besetzten Land’“, so die DW.

Ortsvorsteher Köbler möchte diesen „Verschwörungstheorien in der Mainzer Oberstadt aber keine Bühne“ bieten, wie es in seinem Brief heißt. Daher fordere er Mainzplus Citymarketing inständig und nachdrücklich auf, „aus Verantwortung für unser demokratisches Mainz und für das Ansehen der Stadt, das geplante Konzert abzusagen und Xavier Naidoo auszuladen.“

Wie Mainzplus reagiert

Mainzplus Citymarketing teilt hingegen die Kritik Köblers an Naidoo nicht. Wie Geschäftsführer August Moderer mitteilt, habe er mit dem Konzertmanager Marek Lieberberg gesprochen, der mit Naidoo befreundet sei. Dieser habe ihm versichert, dass Naidoo alles andere als ein Antisemit und auch keinesfalls rassistisch oder homophob sei. So sei Naidoo mehrfach in Israel aufgetreten und habe ein Benefizkonzert für die jüdische Gemeinde in Tel Aviv gegeben. Als führende deutsche Veranstaltungsagentur, wie Lieberberg angab, würde er niemals einen erklärten Judenfeind auf Tour schicken, so Moderer. Eine Absage des Konzerts komme daher nicht infrage, so Mainzplus Citymarketing. (pk/df)

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