Mainz bereitet sich auf Corona-Fälle vor

Bürger-Hotline eingerichtet

Mainz bereitet sich auf Corona-Fälle vor

Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus in Europa und Deutschland bereiten sich die rheinland-pfälzische Landesregierung, die Mainzer Universitätsmedizin und das Gesundheitsamt auf mögliche Fälle in Mainz vor. Am Donnerstag wurde bereits ein Corona-Fall in Kaiserslautern bekannt (wir berichteten).

Eine ressortübergreifende Task Force, die bereits vor Wochen gebildet wurde, werde nun erweitert, so Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Man stehe in engem Kontakt mit dem Robert-Koch-Institut und den Gesundheitsämtern. Mindestens einmal wöchentlich gebe es Telefonkonferenzen mit den Ämtern. Zudem würden Informationsblätter an Schulen, Kitas, Unternehmen und Pflegeeinrichtungen verteilt. Auch Hausärzte sollen immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden.

„Es wird auch in Mainz zu Fällen kommen“

Auch an die Bevölkerung appellierte die Ministerin: „Das Wichtigste ist Hände waschen, desinfizieren und Abstand halten zu möglichen Erkrankten.“ Norbert Pfeiffer von der Mainzer Unimedizin riet zudem, in den Ärmel zu Husten oder zu niesen. „Das hilft viel mehr, als in die Hand oder ins Taschentuch zu husten.“ Für Bürger steht zudem ab diesem Freitagmorgen von 9 bis 12 Uhr eine Ärzte-Hotline bereit: 0800-5758100. Zudem könne man im Zweifel seinen Hausarzt anrufen.

Pfeiffer ist sich sicher: „Es wird auch in Mainz zu Fällen kommen.“ Die meisten Patienten könnten ihre Erkrankung normal zu Hause auskurieren. Vor allem Ältere oder Vorerkrankte müssten jedoch in Krankenhäuser. Derzeit gebe es in der Unimedizin 17 Betten in Isolierzimmern. „Das wird nicht lange ausreichen“, so Pfeiffer. Deshalb habe man weitere 50 Betten für eine Kohortenisolierung bereitgestellt, das heißt: Infizierte kommen gemeinsam in Zimmern unter. „Das Virus verbreitet sich, noch bevor ernsthafte Symptome auftreten“, so Dietmar Hoffman vom Gesundheitsamt. Auch er ist sicher, dass es in Mainz bald zu Corona-Fällen kommen wird.

Pfeiffer sagt: „Wir haben großen Respekt, aber keine Angst.“ Zwar sei das Virus gefährlicher als die Influenza. „Aber er ist nicht so gefährlich wie SARS, mit dem wir auch zurechtgekommen sind.“ (df)

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