Corona im Winter: Wie bereitet sich die Mainzer Mobilität vor?

Bei dem Gedanken an volle Busse und Bahnen während der Corona-Pandemie fühlen sich viele unwohl. Im Herbst und Winter steigt die Sorge der Ansteckung in überfüllten Verkehrsmitteln noch mehr. Wie geht die Mainzer Mobilität damit um?

Corona im Winter: Wie bereitet sich die Mainzer Mobilität vor?

Die Corona-Infektionszahlen steigen an und die Temperaturen fallen: Kaum wird es draußen kühler, werden Busse und Bahnen wieder voller. In denen wird es dann schnell eng, Abstand halten ist automatisch schwieriger. Auch in den Fahrzeugen der Mainzer Mobilität (MM). Manche niesen, andere husten, alle fassen immerzu Fahrkartenautomaten oder Haltegriffe und Sitze an.

Mainzer Mobilität schafft zusätzliche Fahrzeuge und Personal an

Auf Anfrage von Merkurist an die Mainzer Mobilität hieß es, dass die Verkehrsgesellschaft schon seit den Sommerferien wieder mit 100 Prozent des früheren Angebots fahren würde, obwohl die Nachfrage teils noch deutlich niedriger sei, als früher. Momentan sei man etwa durchschnittlich bei rund 70 Prozent der Fahrgastnachfrage im Vergleich zum Vorjahr. Bei schlechtem Wetter und in den morgendlichen Spitzenzeiten seien es aber teilweise auch schon mehr als 70 Prozent.

In den vergangenen Wochen habe man für den laufenden Betrieb zusätzliche Fahrzeug- und Personalreserven beschafft, um Ausfällen in der „Morgenspitze“ auszuweichen. Außerdem seien die vom Land vorgesehenen sieben zusätzlichen Busse schon im Einsatz. „Diese zusätzlichen Fahrzeuge helfen, aber sie können angesichts von bis zu 176 Bussen, die morgens in Mainz unterwegs sind, natürlich nicht eine breite Entlastung bringen“, so Michael Theurer, Pressesprecher der MM. Man müsse ehrlicherweise sagen, dass sich bei der Frage zusätzlicher Fahrzeuge damit eine gewisse Grenze abzeichnen würde oder bereits erreicht sei: Es gebe weder in nennenswerter Größe zusätzliche Busse in der näheren Umgebung, noch in unbegrenzter Zahl geeignetes zusätzliches Fahrpersonal, dass diese Busse fahren könnte, so Theurer weiter.

Entzerrung der Nachfrage als realistische Maßnahme

Um möglichst unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu kommen, wäre aus Sicht der MM vor allem in den Spitzenzeiten morgens eine Entzerrung der Nachfrage sinnvoll. Im Schülerverkehr beispielsweise durch eine merkliche Entzerrung der Schulanfangszeiten. „Wir hatten den Schulleitern auf Initiative der Stadt einen detaillierten Vorschlag gemacht, der dem Einsatz von circa 40 – 50 zusätzlichen Bussen in der Morgenspitze entsprechen würde, also einem Vielfachen der sieben Zusatz-Busse. Dieser Vorschlag zur Entzerrung der Schulanfangszeiten wurde von den allermeisten Schulen leider abgelehnt“, so Theurer.

Fahrzeugtüren werden regelmäßig geöffnet

Grundsätzlich herrsche nach Recherchen der MM die Einschätzung, dass Klimaanlagen mit Frischluftzufuhr das Infektionsrisiko im ÖPNV reduzieren könnten. Man habe sich demnach darauf fokussiert, alle möglichen Maßnahmen umzusetzen, wobei man die technischen Ausstattungen der Fahrzeuge berücksichtigt habe.

Fahrzeuge ohne Klimaanlagen werden durch Klappfenster und Dachlüfter belüftet. Bei Fahrzeugen mit Klimaanlagen seien die Klappfenster verschlossen, um eine möglichst hohe Wirkung der Anlagen zu ermöglichen. Bei diesen Fahrzeugen wird laut Theurer ein Luftaustausch über die interne Belüftungsanlage erreicht. Das heißt, dass die Anlage Luft von außerhalb des Fahrzeuges zieht, sie über Pollenfilter durchsiebt und die Luftfeuchtigkeit dann reguliert. Zusätzlich werden auch bei allen Fahrzeugen die Türen regelmäßig geöffnet, damit ausreichend frische Luft rein und raus kommt. (mo)

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