Wer im Sommer in Mainz schlecht schläft, hat dafür nun eine statistische Bestätigung. In einer neuen Auswertung landet Mainz auf Platz drei der deutschen Städte mit den meisten Tropennächten. Das teilt das Unternehmen Coway Europe mit, das die Analyse auf Basis von Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) durchgeführt hat.
Die Auswertung zählt für Mainz insgesamt 16 Nächte, in denen die Temperatur zwischen dem 1. Juni und dem 20. August nicht unter 20 Grad sank. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem nur vier solcher Nächte registriert wurden. Die wärmste Nacht in Mainz wurde mit 25,3 Grad gemessen. Im deutschlandweiten Vergleich von 42 Großstädten belegt Mainz damit den dritten Platz. Nur in Stuttgart (17 Nächte) und Frankfurt am Main (16,5 Nächte) war es nachts noch wärmer.
Lage im Rheintal sorgt für hohe Temperaturen
Als Grund für die gehäuften Tropennächte nennt die Analyse die geografische Lage. Städte in den Niederungen von Rhein, Main und Neckar seien besonders betroffen. In diesen Talkesseln staue sich die tagsüber erwärmte Luft und könne nachts kaum abfließen. Die für erholsamen Schlaf nötige Abkühlung bleibe somit aus.
Im Gegensatz dazu gab es in höher gelegenen Städten wie Augsburg, Regensburg und Ulm keine einzige Tropennacht. Auch Küstenstädte wie Kiel oder Rostock blieben mit ein bis zwei Tropennächten deutlich kühler.
Die Analyse weist darauf hin, dass die tatsächliche Temperatur im Schlafzimmer oft noch höher liegt als die offiziell gemessenen Werte im Freien. „Was der Deutsche Wetterdienst misst, ist die Luft über einer Rasenfläche. Was zählt, ist die Luft über dem Kopfkissen – und die verhält sich anders“, erklärt Rodney Ryu, Geschäftsführer von Coway Europe. Räume würden die am Tag gespeicherte Wärme nachts wieder abgeben.