Trockenheit: Müssen wir mit stärkeren Engpässen bei Getreide und Öl rechnen?

Das Frühjahr ist warm und trocken. Wirkt sich das bereits auf die rheinhessischen Felder aus und könnte ein heißer Sommer zu stärkeren Engpässen in der Getreide- und Ölversorgung führen?

Trockenheit: Müssen wir mit stärkeren Engpässen bei Getreide und Öl rechnen?

Es ist warm in Mainz und Wiesbaden – am Mittwoch hat das Thermometer sogar die 30-Grad-Marke geknackt. Was vor allem Grill- und Badefans freuen dürfte, ist für die Natur und die Landwirtschaft keine wirklich gute Nachricht. „Es ist für die aktuelle Jahreszeit viel zu warm“, sagt Wetter-Experte Dominik Jung (Q.met). Europaweit sei das Frühjahr sehr trocken. „Sollte nun auch noch der gesamte Sommer sehr trocken werden, könnte das zu drastischen Lieferengpässen führen und die sind ja jetzt schon da“, erklärt der Meteorologe mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Machen sich Hitze und Trockenheit bereits auf den rheinhessischen Feldern bemerkbar?

„Natürlich sehnen sich alle nach Regen“, sagt Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V.. Rheinhessen zähle ohnehin zu den trockensten Regionen Deutschlands. Aktuell gebe es aber noch keine Ernteausfälle. „Die ersten, entscheidenden Zentimeter Erde sind natürlich trocken, den Zuckerrüben fehlt es an Wasser. In den tieferen Schichten geht es aber momentan noch.“

Warten auf den Regen

Sollte es wirklich einen heißen, sehr trockenen Sommer geben, könnte das die angespannte Versorgungssituation durch den Ukraine-Krieg aber tatsächlich verschärfen. Beim Getreide sei die Region zwar selbst gut aufgestellt. „Der Krieg hat kaum Auswirkungen auf unsere Getreide-Versorgung“, sagt Köhr. Anders sehe es aber in anderen Teilen der Welt aus, wie beispielsweise in Nordafrika oder auf der arabischen Halbinsel. Um diese Länder zu unterstützen, hatte der Verband eine Ausweitung der Produktion gefordert, das sei aber nicht durchgesetzt worden. Anders als bei der Getreideversorgung, sehe es hierzulande beim Sonnenblumenöl aus. Die EU sei stark abhängig vom ukrainischen Öl. „Das ist schwer auszugleichen.“

Was potenzielle Ernteausfälle wegen Trockenheit angeht, will Köhr den Teufel aber noch nicht an die Wand malen. „Es war schon einmal so, dass man im Frühjahr dachte, man müsse im Sommer mit Ertragseinbußen rechnen. Dann kam es aber doch anders.“ Jetzt heiße es also erst einmal Hoffen auf den Landregen. Zumindest bis zum 25. Mai ist dieser laut Meteorologe Dominik Jung zwar nicht in Sicht, länger reichten die aktuellen Prognosen aber auch nicht. „Was danach kommt, müssen wir abwarten.“

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