Landwirte mit 500 Traktoren zu Demo in Mainz erwartet

Unter dem Motto „Wir rufen zu Tisch! MITeinander reden statt ÜBEReinander!“ werden am Mittwoch 700 Landwirte in der Innenstadt demonstrieren. Die Polizei rechnet mit Verkehrsbehinderungen.

Landwirte mit 500 Traktoren zu Demo in Mainz erwartet

An diesem Mittwoch wird in Mainz eine Großdemonstration von Landwirten aus Rheinland-Pfalz stattfinden. Die Landwirte demonstrieren von 11 bis 15 Uhr auf dem Ernst-Ludwig-Platz. Zu der Demo ruft das Agrarbündnis „Land schafft Verbindung“ auf. Die Polizei rechnet mit rund 700 Teilnehmern, davon werden etwa 500 mit ihren Traktoren anreisen.

Verkehrsbehinderungen möglich

Bei Demonstrationen des Agrarbündnisses in anderen deutschen Städten war es bereits zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. Auch die Polizei Mainz rechnet ab dem frühen Vormittag mit Beeinträchtigungen in der Mainzer Innenstadt, insbesondere in der Großen Bleiche, Rheinallee und Peter-Altmeier-Allee. Straßensperrungen seien jedoch nicht geplant.

Dem Veranstalter zufolge werden sich die Traktorfahrer an vier Punkten außerhalb der Innenstadt sammeln und anschließend zum Ernst-Ludwig-Platz fahren. Dort wird es mehrere Redebeiträge von Landwirten aus Rheinland-Pfalz geben. Auch der Wirtschaftsminister des Landes Rheinland-Pfalz, Volker Wissing, wird erwartet.

Worum es den Landwirten geht

Die Demo-Teilnehmer möchten laut eigenen Angaben die Landwirtschaft verändern und zukunftsfähig erhalten. Wie Organisator Klaus-Peter Weinand sagt, kritisieren die Landwirte zum einen das „Belastungsmessnetz Landwirtschaft“ - ein Verfahren, mit dem die Nitratkonzentration im Boden gemessen wird. Durch zu wenig Messpunkte und Messungen an ungeeigneten Stellen könnten keine repräsentativen und korrekten Werte ermittelt werden. Außerdem bemängeln die Landwirte das Freihandelsabkommen „Mercosur“, das dieses Jahr in Kraft trat und das den Import von Agrarprodukten aus südamerikanischen Ländern nach Deutschland begünstigt. Das sei nicht klimabewusst und schade den deutschen Landwirten, so Weinand.

Zum anderen wird laut ihm ein „allgemeines Bauern-Bashing“ betrieben: „Es wird mehr über die Branche als mit der Branche geredet. Außerdem wird sie sehr einseitig auf die negativen Aspekte, zum Beispiel die CO2-Bilanz, reduziert. Positives wird oft außer Acht gelassen.“ Weiter sagt er: „ Wir möchten am Mittwoch in Mainz friedlich demonstrieren. Ziel ist es, sachlich mit der Politik und der Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.“

Bereits am Dienstag demonstrieren Landwirte mit ihren Traktoren in Wiesbaden. Laut Mainzer Mobilität kann es dadurch auch in Mainz bis zum Mittag zu Staus kommen. (rk)

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