Mainzer Innenstadt komplett autofrei? Das sind die Pläne der Stadt

Die Verkehsrwende in Mainz ist in vollem Gange. Dem ÖPNV soll eine immer größere Bedeutung zukommen und auch Fuß- und Radwege sollen bevorzugt ausgebaut werden. Doch was wird dann aus dem Auto, wird es künftig ganz aus der Stadt verbannt?

Mainzer Innenstadt komplett autofrei? Das sind die Pläne der Stadt

Bei der Umsetzung der Verkehrswende in Mainz sollen vor allem Radfahrer und Fußgänger bevorzugt werden. Autofahrer müssen deswegen damit rechnen, dass ihre Parkplätze nun immer häufiger wegfallen. Dafür soll der ÖPNV stärker ausgebaut werden und zum Umsteigen auf Bus und Bahn animieren. Denn die anvisierte Verkehrswende soll auch dazu beitragen, Mainz bis 2035 klimaneutral zu machen.

Reduzierung der Parkplätze

Das Auto als individuelles Fortbewegungsmittel scheint also in diesem Zusammenhang in Mainz immer mehr zum Auslaufmodell zu werden. Dass sich für die Autofahrer etwas ändern wird, machte zuletzt auch Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) im Gespräch mit Merkurist klar. So müsse man ehrlich gesagt zwei Dinge bei der Verkehrswende beachten, so die Politikerin. Einerseits solle diese den ÖPNV oder Radverkehr sicherer, bequemer und praktischer machen. „Gleichzeitig muss der Autoverkehr aber auch unbequemer gestaltet werden.“ Dass man nun nicht einfach in die Stadt fahren könne und einen Parkplatz findet, sei einer der Faktoren, der Menschen eher auf den ÖPNV oder das Fahrrad umsatteln lässt, so Steinkrüger.

Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) legt nun noch einmal nach und konkretisiert auch die Vorstellungen, wie es mit dem Autoverkehr in Mainz weitergehen soll. „Zweifelsohne werden wir noch an mehr Stellen in der Stadt Tempo 30 ausgeben, wo wir es noch nicht gemacht haben“, sagt Ebling im Interview mit Merkurist. Viele Verkehrsteilnehmer machten mit Tempo 30 gute Erfahrungen. „Das mag am Anfang ungewohnt sein, aber diese Form der Entschleunigung stärkt auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.“ Das seien wichtige Punkte, auch neben dem Klima-Aspekt.

Zudem werde man den Raum in der direkten Innenstadt weiter für den Fuß- und Radverkehr stärken, sagt Ebling. Am Münster- und Dr.-Gisela-Thews-Platz hat die Stadt bereits Parkplätze stark reduziert, auch am Hopfengarten. „Wir können uns auch vorstellen, dass die Große Bleiche im Zuge der Schlosssanierung im Abschnitt Richtung Rheinstraße eine verkehrsberuhigte Zone wird“, so Ebling. Diesen Weg habe man eingeschlagen und werde den auch Stück für Stück weitergehen.

Wird die Innenstadt nun komplett autofrei?

Dass es in der Mainzer Innenstadt in Zukunft überhaupt keine Autos mehr geben wird, gilt aber als unwahrscheinlich. „Ich würde es selbst niemals autofrei nennen, denn das würde ein völlig falsches Bild vermitteln“, so Ebling. Das sei in etwa so, wie wenn man ein Wohngebiet „Park“ nennt. „Die Innenstadt wird nie autofrei sein, wir werden Liefer- und Busverkehr haben, es wird immer Gehbehinderte geben, die mit einer Ausnahegenehmigung zur Arztpraxis fahren dürfen, das fällt nicht einfach weg. Ich würde stattdessen das Wort ‘autoarm’ bevorzugen.“ Diesen Weg wolle man auf jeden Fall gehen, stellt der Oberbürgermeister klar. Schließlich bringe er mehr Lebensraum für die Mainzer und „macht uns zu einer Stadt, in der man einfach besser atmen kann.“

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