Klimaentscheide: „RMV-Preiserhöhung zurücknehmen und 365-Euro-Ticket einführen“

Die geplante RMV-Preiserhöhung trifft bei den Klimaentscheiden der Region auf Unverständnis. Sie fordern jetzt, dass die Erhöhung zurückgenommen und stattdessen ein 365-Euro-Ticket eingeführt wird.

Klimaentscheide: „RMV-Preiserhöhung zurücknehmen und 365-Euro-Ticket einführen“

Nachdem bereits die Verkehrsdezernenten der Städte Mainz und Wiesbaden die geplante Preiserhöhung im ÖPNV scharf kritisiert haben, melden sich nun auch die Klimaentscheide der Region Rhein-Main zu Wort. Die Preiserhöhung untergrabe die Verkehrswende, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Klimaentscheide fordern deshalb, dass die zum 1. Juli anstehende Preiserhöhung von Bus- und Bahnfahrkarten um rund 3,9 Prozent zurückgenommen wird. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) soll stattdessen ein 365-Euro-Jahresticket für alle einführen.

„Nur so besteht die große Chance, eine Verkehrs- und Mobilitätswende in unserer Region auf den Weg zu bringen und die Menschen davon zu überzeugen, weniger das Auto und überwiegend den ÖPNV zu nutzen,“ so der Tenor der Klimaentscheid-Verantwortlichen. Der RMV stehe als Zusammenschluss von 15 Landkreisen und 11 Städten in der Pflicht, den Schienennahverkehr und den Busverkehr im Verbundgebiet nachhaltig, sozial und effektiv zu gestalten.

Noch attraktiver als ein 365-Euro-Ticket für alle Jahreskartenbesitzer und ÖPNV-Nutzer sei aber ein Bürgerticket. Das würde analog den Semesterbeiträgen an Universitäten über einen Beitrag aller Steuerzahler mitfinanziert werden. So könnten Bus und Bahn kostenlos genutzt und unter anderem kostenintensive Verwaltungsaufgaben in diesem Bereich minimiert werden. „Zur Wahrnehmung dieser gesellschaftlichen Verpflichtung rufen die Klimaentscheide alle Beteiligten auf.“

Zudem müsse der ÖPNV auch auf Landesebene priorisiert und von den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen stärker finanziell unterstützt werden. Einheitliche und übertragbare Tickets gerade im länderüberschreitenden ÖPNV müssten vereinfacht werden, um deren Attraktivität zu steigern, so die Klimaentscheide. Voraussetzung dafür sei, dass sich Rheinland-Pfalz für das zumindest tarifliche Zusammenlegen der Verbundgebiete entscheidet und mit den Nachbar-Bundesländern vertragliche Vereinbarungen trifft.

Hintergrund

Die inzwischen deutschlandweit mehr als 75 Klimaentscheide setzen sich seit 2020 dafür an, dass Maßnahmen für den Klimaschutz umgesetzt werden. Sie fordern, dass Deutschland so schnell wie möglich klimaneutral wird. Die Erderwärmung müsse wie im Pariser Klimaabkommen verabschiedet auf 1,5 Grad begrenzt werden.

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