Autoverkehr „unbequemer“ machen: Was wird aus Parkplätzen in der Mainzer Neustadt?

Wer in der Neustadt wohnt und einen freien Parkplatz sucht, braucht oft Nerven aus Stahl. Selbst mit Anwohnerparkausweis gerät die Suche zur Geduldsprobe. Doch wegen der Verkehrswende soll der Autoverkehr vor Ort noch „unbequemer gestaltet werden“.

Autoverkehr „unbequemer“ machen: Was wird aus Parkplätzen in der Mainzer Neustadt?

Das Recht auf einen kostenlosen Parkplatz im öffentlichen Raum in Mainz gibt es nicht. Deshalb gestaltet sich die Stellplatzsuche, wie zum Beispiel in der Neustadt, immer schwieriger. Um zumindest Anwohner vor „Fremdparkern“ zu schützen, gibt es jedoch einen Anwohner-Parkausweis. Der kostet aber Geld und beinhaltet auch keine Garantie auf einen freien Parkplatz. 60 Euro beträgt aktuell die Gebühr für einen solchen Ausweis, der dann für zwei Jahre gültig ist. Doch schon bald könnte sich der Preis für das Anwohnerparken verteuern und obendrein noch der Parkraum reduziert werden.

Preiserhöhungen beim Anwohnerparken?

Gegenüber Merkurist erklärt Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne), dass sie für einen solchen Schritt viele positive Signale von Neustadt-Anwohnern erhalten habe. „Ich bekomme auch Rückmeldungen aus der Neustadt, wonach wir durchaus noch mehr Parkplätze wegnehmen könnten. Das gibt es auch.“ Doch auch wenn sie die Verkehrswende wolle, so müsse sie natürlich auch an die Autofahrer denken. Mit dem Anwohnerparken habe man schon einmal die Voraussetzungen geschaffen, dass die Bewohnerparkplätze in der Neustadt nicht von Pendlern blockiert würden.

Man müsse aber ehrlich gesagt zwei Dinge bei der Verkehrswende beachten, so Steinkrüger. Einerseits solle diese den ÖPNV oder Radverkehr sicherer, bequemer und praktischer machen. „Gleichzeitig muss der Autoverkehr aber auch unbequemer gestaltet werden.“ Dass man nun nicht einfach in die Neustadt reinfahren könne und einen Parkplatz findet, sei einer der Faktoren, der Menschen eher auf ÖPNV oder das Fahrrad umsatteln lässt, sagt die Verkehrsdezernentin.

Doch wie sieht es nun mit den Anwohnerparkausweisen aus, werden die demnächst teurer? „Da warten wir noch auf die entsprechenden Landesvorgaben“, so Steinkrüger. Hier müsse die Landesregierung festlegen, wie teuer das Anwohnerparken werden darf und was mit dem eingenommenen Geld gegenfinanziert werden kann. Die 30 Euro pro Jahr würden derzeit die Verwaltungskosten decken. „Also bieten wir das Parken eigentlich umsonst an. Ich finde eine Preiserhöhung wäre angemessen“, schätzt die Verkehrsdezernentin die Situation ein.

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