Sind manche Blitzer auf der A60 nur „Abzocke“?

Auf der A60 überprüfen sowohl festinstallierte als auch mobile Blitzer, ob das Tempolimit eingehalten wird. Manche Autofahrer sehen in dieser Maßnahme reine Abzocke. Doch warum stehen dort tatsächlich Blitzer?

Sind manche Blitzer auf der A60 nur „Abzocke“?

Viele Autofahrer kennen die festinstallierte Blitzer-Anlage kurz vor dem Hechtsheimer Tunnel. Doch zusätzlich wird auf der A60 an verschiedenen Stellen die Geschwindigkeit auch mit semi-mobilen Blitzern überwacht. Kürzlich stand ein solcher Trailer in Fahrtrichtung Bingen auf Höhe der Ausfahrt Finthen. Manche Autofahrer fragen sich dann, ob die Geschwindigkeitskontrollen an diesen Stellen überhaupt Sinn ergeben und spekulieren, ob es sich nicht doch eventuell um „Abzocke“ handeln könnte.

So meint Leser Padd, dass auf Höhe der Ausfahrt Finthen „kein Unfallschwerpunkt“ sei. Leser Christian sieht das anders:

Auch Leser Arno hat Verständnis für die Geschwindigkeitsüberwachung. Er meint: „Warum soll man außerhalb von Unfallschwerpunkten ungestraft schneller als das Tempolimit fahren dürfen?“

„Weiterhin wichtig zu messen“

Warum nun das Tempolimit an verschiedenen Stellen überprüft wird, erklärt der Sprecher der Mainzer Polizei Matthias Bockius. Es gehe immer um die Verkehrssicherheit, sagt Bockius. Die Hauptunfallursachen im Gebiet der Verkehrsdirektion Mainz* seien immer noch zu geringer Abstand beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit. „Die Unfallzahlen für den gesamten Direktionsbereich sind im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 93 Unfälle gestiegen“, so Bockius. So habe es im vergangenen Jahr 228 Unfälle gegeben, die auf erhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen waren.

Um diese Unfallursachen zu bekämpfen, seien von der Abteilung Zentrale Verkehrsdienste Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt worden. „Im Bereich der Geschwindigkeitsübertretungen wurden 2019 mehr als 460.000 Verstöße festgestellt, was im Vergleich zu rund 400.000 Verstößen im Jahr 2018 einen enormen Anstieg bedeutet“, so Bockius. Diese Ergebnisse dürften allerdings auch im Zusammenhang mit der Neuanschaffung von Geschwindigkeitsmessgeräten stehen. Grundsätzlich sei es also insgesamt weiterhin wichtig zu messen, ob das Tempolimit eingehalten werde.

*Das Dienstgebiet der Verkehrsdirektion Mainz erstreckt sich über 210 Streckenkilometer, verteilt auf die Autobahnen A60, A61, A63 und A643. Mit einem täglichen Durchlauf von circa 120.000 Fahrzeugen, in Belastungsspitzen sogar 100.000 Fahrzeuge allein am Mainzer Ring. (rk)

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