Kritik an festem Blitzer in Mainz: Darum geht es

Dass man über den Standort eines festinstallierten Blitzers unterschiedlicher Meinung sein kann, zeigt sich aktuell in Gonsenheim. Die Stadt Mainz erklärt nun, wieso die Anlage konkret am jetzigen Standpunkt errichtet worden ist.

Kritik an festem Blitzer in Mainz: Darum geht es

Kürzlich sind in Mainz die ersten von insgesamt neun angekündigten festinstallierten Blitzer im Stadtgebiet aufgestellt worden (wir berichteten). Darunter ist auch eine Anlage in Gonsenheim, die gleichzeitig Rotlicht- und Geschwindigkeitsvergehen ahndet. Diese befindet sich an der Kreuzung von Mainzer und Koblenzer Straße direkt vor dem Gasthaus „Gonsenheimer Hof“. Zwar begrüßen viele Einwohner einen festinstallierten Blitzer in Gonsenheim, doch über den jetzigen Standort der Säule gibt es Diskussionen.

Standort „nicht so optimal“

So erklärt Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU), dass man sich in Gonsenheim über die Installation eines Blitzers grundsätzlich glücklich schätze. Gerade im Hinblick auf den tödlichen Unfall, bei dem 2015 ein Schulkind in der Breiten Straße ums Leben kam, sei man sehr sensibilisiert. „Rennstrecken müssen ganz klar entschärft werden.“ Doch der nun gewählte Standort des Blitzers auf dem Gehweg an der Kreuzung sei „nicht so optimal“, sagt Flegel. So sei die Säule beispielsweise für Fußgänger ein Hindernis. Einen Standort auf der Mittelinsel hätten der Ortsbeirat und sie besser gefunden. Ein „Fass“ wolle man deswegen aber nicht aufmachen. „Fakt ist, dass es an dieser Stelle viele Rotlichtverstöße gibt“, sagt Flegel. Dass diese nun geahndet werden sollen, sei gut.

Warum der Blitzer dort installiert wurde

„Die Installation des Blitzers an dieser Kreuzung war notwendig, da der Verwaltung vielfache Rückmeldungen vorliegen, dass dort vermehrt bei Rot gefahren wird“, erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr den Standort des Blitzers. Demnach müssten die Blitzer, die das „über Rot Fahren“ überwachen, naturgemäß in der Nähe von Ampeln stehen. „Sinnvollerweise wurde im Fall des Gonsenheimer Standortes dafür die Flucht des bereits vorhandenen Ampelmastes genutzt.“ Damit stehe der Blitzer beispielsweise 90 Zentimeter vom Fahrbahnrand entfernt und damit selbst breiteren Fahrzeugen mit überbreiten Anhängern und ähnlichen Aufbauten nicht im Weg, so der Stadtsprecher.

Der verbleibende Gehweg zwischen der Hauswand („Gonsenheimer Hof“) und dem Blitzer sei 2,5 Meter breit, sodass die übrige Gehwegbreite auch ausreiche, damit zwei Rollstühle oder Kinderwagen problemlos aneinander vorbeipassen, so Peterhanwahr. Zudem habe man auch berücksichtigt, dass der Blitzer beispielsweise auch abbiegenden Bussen oder Lkw nicht im Weg steht. „Auch hier wurde der Sicherheitsraum berücksichtigt. Eben dieser wäre bei einer Verortung auf der Mittelinsel nicht gegeben.“

Das sagt die Verkehrsdezernentin

Die Mainzer Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) ordnet noch einmal ein, wie die Entscheidung für die Blitzer-Standorte zustandekam. So habe man in einem aufwändigen und intensiven Prüfverfahren außer sicherheitsrelevanten Kriterien alle weiteren Belange der Nutzungen im öffentlichen Raum berücksichtigt. Jedoch könne nicht zuletzt durch Ortstermine und entsprechende Ortskenntnisse ausgeschlossen werden, dass andere Verkehrsteilnehmer behindert werden. „Die Installation der Blitzer-Anlagen sind ein leider notwendiges, aber wichtiges Instrument zur Unterstützung der Verkehrssicherheit“, sagt Steinkrüger.

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