Das müsst Ihr zum Blitzer vor dem Hechtsheimer Tunnel wissen

Zukünftig soll der festinstallierte Blitzer auf der A60 in Richtung Bingen vor dem Hechtheimer Tunnel dafür sorgen, dass Autofahrer ihre Geschwindigkeit auf Tempo 80 reduzieren. Am Montag sollte er das erste Mal auslösen. Warum das nicht klappte.

Das müsst Ihr zum Blitzer vor dem Hechtsheimer Tunnel wissen

Eigentlich sollte der Blitzer vor dem Hechtsheimer Tunnel auf der A60 in Fahrtrichtung Bingen am Montagnachmittag in Betrieb gehen. Doch dann kam es anders. Statt rotem Blitzlicht leuchteten am Nachmittag nur die gelben Warnblinklichter eines Lkws, der auf eine Sperrung der linken Spur hinwies. Dort waren die für die Installation notwendigen Arbeiten noch in vollem Gange.

Wegen logistischer Probleme konnte die für die Anlage zuständige Firma aus Baden-Württemberg die Blitzer erst verspätet aufstellen. Erst gegen 15 Uhr sollte die rund 150.000 Euro teure Anlage angeliefert und dann über die Leitplanken gehoben werden, um sie auf den dafür vorgesehenen Betonsockeln zu verankern. Endgültig in Betrieb gehen solle die Anlage am morgigen Dienstag, sagt der Polizeibeamte Thomas Brühl, der für das Projekt verantwortlich ist. Dann werde am frühen Morgen noch die Software installiert, ehe der Blitzer zum Auslösen bereit sei.

Gefahrenpunkt auf Blitzerhöhe

Durch den Blitzer soll die Verkehrssicherheit vor dem Hechtsheimer Tunnel verbessert werden. Wie ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber Merkurist sagte, habe die örtliche Unfallkommission hier eine Unfallhäufungsstelle analysiert.

Diese, so Projektleiter Brühl, liege genau zwischen der Auffahrt Weisenau und der Abfahrt Hechtsheim Ost und resultiere aus Fahrstreifenwechseln. Vor allem bei hohen Geschwindigkeiten komme es hier immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen. Um diese Stelle zu entschärfen, habe man sich jetzt entschlossen, so Brühl, dort die Blitzeranlage zu installieren.

Dass die Blitzeranlage schon rund 70 Meter nach dem Tempo 80-Verkehrsschild liegt, sieht Brühl nicht als Problem.

Rein rechtlich gesehen sei der Abstand zwischen Verkehrsschild und Blitzer erlaubt. Generell, so Brühl, hielten sich die Autofahrer aber auch schon an die mehrfach vorher auf dieser Strecke stehenden Tempo 100-Schilder, so dass ein moderates Abbremsen kein Problem darstellen sollte. „97 Prozent der Autofahrer halten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit, nur wenige fahren hier deutlich zu schnell.“ Vermutlich, so Brühl, würden die meisten Leute, die in Zukunft geblitzt würden, dann Einheimische sein. Ortsfremde würden hier sicherlich eher langsamer fahren.

Keine weiteren Blitzer?

Weitere Blitzer vor oder im Hechtsheimer Tunnel sind aktuell nicht geplant. Momentan gebe es keine weiteren Gefahrenpunkte. Auch auf der anderen Seite Richtung Frankfurt gebe es bisher keine Veranlassung einen festinstallierten Blitzer einzusetzen, so Brühl.

In Fahrtrichtung Bingen wird ab Dienstag auf allen Spuren geblitzt. Interessant werde es dann, wenn man auf die Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens schaue. „Viele fahren ja in der Nacht hier mit 170 Stundenkilometern durch, das wollen wir verhindern.“ Auch dass viele nur auf Höhe des Blitzers abbremsen und dann wieder mit überhöhter Geschwindigkeit weiterfahren, will die Polizei vermeiden. „Wir planen dann auch immer wieder in der Folge mobile Blitzer in Richtung Bingen einzusetzen“, so Brühl. Insgesamt denke er aber, dass sich das Geschwindigkeitsniveau an dieser Stelle ändern werde.

Merkurist