Was wird gegen „Elterntaxis“ in Mainz unternommen?

Wegen „Elterntaxis“ kommt es täglich vor vielen Schulen in Mainz zu einem Verkehrschaos. Dadurch werden vor allem die Kinder gefährdet. Was in Mainz dagegen unternommen wird, erfahrt Ihr hier.

Was wird gegen „Elterntaxis“ in Mainz unternommen?

Vor vielen Schulen herrscht jeden Morgen und kurz nach Schulschluss Verkehrschaos. Der Grund dafür sind die „Elterntaxis“. Bei „Elterntaxis“ handelt es sich um ein Phänomen, bei dem Eltern, die trotz zahlreicher Verkehrserziehungsmaßnahmen der Schulen, Angst um ihre Kinder haben und sie deshalb täglich zur Schule und zurück fahren. Oftmals stehen die Eltern mit ihren Autos dabei im Halteverbot und missachten Verkehrsregeln, was Chaos vor den Schulen auslöst. Dadurch wird nicht nur der Verkehr behindert, sondern auch die Sicherheit der Kinder gefährdet.

Problem „Elterntaxis“ an Mainzer Grundschulen

„An allen Schulen ist die große Anzahl von Eltern aufgefallen, die ihre Kinder mit dem PKW zur Schule bringen.“ - Polizei Mainz

Auch in Mainz haben viele Schulen Probleme mit den „Elterntaxis“. So schreibt die Polizei Mainz in einer Pressemeldung vom Dienstag, 27. August: „Zum Beginn der Schule haben Einsatzkräfte an insgesamt sieben Schulen in den Ortsteilen Altstadt, Weisenau, Hechtsheim, Gonsenheim, Mombach und Budenheim den Verkehr beobachtet. An allen Schulen ist die große Anzahl von Eltern aufgefallen, die ihre Kinder mit dem PKW zur Schule bringen.“

Die Pestalozzi Grundschule aus Mombach geht einen Schritt weiter und schreibt auf ihrer Website: „Bitte gefährden Sie die Kinder auch nicht dadurch, dass Sie mit Ihrem Auto direkt vor dem Schuleingangstor halten. Dort gilt absolutes Halteverbot!!!“ Und auch an der Peter-Härtling-Schule in Finthen wurden die „Elterntaxis“ beobachtet, wie Merkurist-Leser Maik schreibt: „Heute Nachmittag habe ich beobachtet, dass Eltern, die ihre Kinder um 16 Uhr von der Schule abholen, direkt vor der Schule parken.“ Und:

In Finthen gab es dazu jedoch schnell einen kreativen Lösungsansatz, wie Merkurist-Leser Markus berichtet:

Gegenüber Merkurist bestätigt die Polizei Mainz die Vereinbarungen. Im Gespräch mit dem Marktleiter des Rewe wurde vereinbart, dass ein Teil des Parkplatzes bereits vor Schulbeginn geöffnet ist und von den Eltern zum Absetzen ihrer Kinder genutzt werden darf.

„Walking-Bus“-System soll gefördert werden

Grundsätzlich betont die Mainzer Polizei, aber dass ein System wie in Finthen nicht das präferierte Modell ist. Viel mehr muss man auf das Modell des „Walking-Bus“ setzten, worüber die Polizei zuletzt auch auf einer Infoveranstaltung in Finthen aufgeklärt hat.

Ein „Walking-Bus“ ist eine Gruppe Schulkinder, die auf dem Schulweg von mindestens zwei Erwachsenen begleitet wird. Den Anfang und das Ende des „Walking-Bus“ bilden dabei immer die Erwachsenen. Auf seinem Weg zur Schule sammelt der „Walking-Bus“ dann weitere Kinder ein. Zu beachten gilt dabei eigentlich nur, dass der Weg möglichst sicher und nicht länger als zwei Kilometer sein sollte, damit die Kinder höchstens 30 Minuten laufen müssen. Die Vorteile: Durch das Laufen wird die Gesundheit der Kinder gefördert, sie knüpfen mehr zwischenmenschlichen Kontakt und kommen umweltfreundlicher und sicher zur Schule.

Was eine Mutter und Anwohnerin zu sagen hat

Eine Mutter, die ihr frisch eingeschultes Kind täglich zur Schule fährt, berichtete Merkurist über ihre Erfahrungen. „Unsere Grundschule hat sogenannte Hol- und Bringzonen eingerichtet. Dort darf ich kurz halten und mein Kind rauslassen. Dann muss es nur noch einen kurzen Weg bis zur Schule laufen.“ Ihrer Meinung nach sollte man sowas auch an anderen Schulen umsetzten. Langfristig plant sie aber, dass ihr Kind mit dem Bus in die Grundschule fährt.

„Dort halten Eltern zusammen mit ihren Kindern manchmal zehn Minuten im Auto.“ - Mutter und Anwohnerin

Sie kennt auch die andere Seite der Medaille, denn sie selbst wohnt in der Nähe einer weiterführenden Schule. „Dort halten Eltern zusammen mit ihren Kindern manchmal zehn Minuten im Auto. Die blockieren dann oft unsere Ausfahrt und da werde ich schon mal sauer.“ Ihrer Meinung nach müsse man aber ganz klar zwischen Grundschülern und den Schülern der weiterführenden Schulen unterscheiden, denn spätestens in diesem Alter habe man die Reife, um alleine zur Schule zu fahren.

Auch Kontrollen gegen „Elterntaxis“ möglich

Kontrolliert hat die Polizei zum Start des neuen Schuljahres übrigens unter anderem rund um die Grundschule „Am Gleisberg“ in Gonsenheim. Dabei stellten die Beamten fest, dass es in der schmalen Hugo-Eckener-Straße im kleinem Wendehammer zu teils chaotischen Rangier- und Wendemanöver kommt. Dadurch wird die Fahrbahn blockiert, was wiederum zu großen Stresssituation bei allen Verkehrsteilnehmern führt - laut Polizei ein hohes Gefährdungspotenzial. Die Polizeibeamten führten deshalb zahlreiche Bürgergespräche und erklärten den Kindern, worauf sie in solchen Situationen achten müssen. (df/ab)

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