Stau, Lärm, Abgase: Zahlt der Bund für das Verkehrschaos in Mainz-Mombach?

Die Sperrung der A643-Abfahrt belastet Mainz-Mombach massiv. Der Ortsvorsteher schlägt Alarm und fordert nun finanzielle Hilfe sowie konkrete Maßnahmen vom Bund.

Stau, Lärm, Abgase: Zahlt der Bund für das Verkehrschaos in Mainz-Mombach?

Seit die Autobahnabfahrt Mombach an der A643 vor Monaten gesperrt wurde, hat der Durchgangs- und Schwerlastverkehr in Mainz-Mombach stark zugenommen. In einer Pressemitteilung vom Mittwoch fordert der Mombacher Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD) deshalb Entlastung für seinen Stadtteil.

Offizielle Zahlen der städtischen Verkehrsverwaltung zeigen nun: An der Zählstelle An der Krimm/Erzbergerstraße wurden rund 5000 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag erfasst. An der Kreuzung Obere Kreuzstraße/Erzbergerstraße hat sich der Schwerlastverkehr von 362 auf 625 Fahrzeuge pro Tag fast verdoppelt. „Gerade der Umleitungsverkehr belastet die Wohngebiete, verschlechtert die Verkehrssicherheit und führt zu zusätzlichem Lärm, Abgasen und Staus“, so Kanka.

Kanka fordert Geld vom Bund

Der Ortsvorsteher richtet seine Forderungen direkt an den Bund und die Autobahn GmbH. Er verlangt eine beschleunigte Prüfung, ob die Abfahrt zumindest für Pkw wieder geöffnet werden kann, sowie einen transparenten Zeitplan für die Sanierung der Vorlandbrücke. Darüber hinaus fordert Kanka eine finanzielle Unterstützung.

„Es kann nicht sein, dass die Folgen einer Infrastrukturmaßnahme des Bundes allein von den Menschen vor Ort getragen werden muss“, argumentiert der Ortsvorsteher. Auch wenn es keinen gesetzlichen Anspruch auf Ausgleichszahlungen gebe, müsse man diese politisch einfordern. Das Geld könnte beispielsweise für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, Straßensanierungen oder sichere Fußgängerüberwege verwendet werden.

Stadt sieht kaum eigenen Handlungsspielraum

Die Stadtverwaltung Mainz bewertet die aktuelle Situation ebenfalls als belastend, wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Ortsbeiratsfraktion hervorgeht. Da die Sperrung aus Sicherheitsgründen erforderlich sei, müsse die Regelung aber vorerst beibehalten werden. Die Stadt stehe im Austausch mit der Autobahn GmbH und vertrete mit Nachdruck die Meinung, dass eine Öffnung der Abfahrt für Pkw sinnvoll wäre. Die Zuständigkeit für Maßnahmen an der Autobahn liege jedoch nicht bei der Stadt.

Um den Verkehrsfluss zu verbessern, hat die Autobahn GmbH nach eigenen Angaben bereits den Beschleunigungsstreifen an der Anschlussstelle Gonsenheim verlängert. Zudem wird eine technische Lösung für eine separate Führung des Lkw-Verkehrs geprüft. Eine entsprechende Ausschreibung soll im zweiten Quartal erfolgen, die Umsetzung ist für die zweite Jahreshälfte geplant. Voraussetzung dafür sind allerdings noch ein Verkehrsgutachten und die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums. Kanka mahnt abschließend: „Mombach darf nicht dauerhaft zum Ausweichkorridor für eine gesperrte Autobahnabfahrt werden.“