Polizei zieht erste Bilanz zu E-Scootern

Seit einer Woche sind die E-Scooter jetzt schon auf Mainzer Straßen unterwegs. Während sich die einen über mehr Mobilität und Spaß freuen, ärgern sich die anderen über Verkehrsverstöße. Die Mainzer Polizei zieht eine erste Bilanz.

Polizei zieht erste Bilanz zu E-Scootern

Am vergangenen Mittwoch fiel der Startschuss für die E-Scooter-Nutzung in Mainz. Das Unternehmen Tier Mobility stellte als erstes die E-Tretroller bereit (wir berichteten). Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) kritisierte schon im Voraus die mangelhafte gesetzliche Regelung und sah dem Projekt mit Skepsis entgegen. „Wenn es gut geht, ist das schön. Aber die Regelung ist schwach“, sagte er in der Pressekonferenz zur Eröffnung. Ob es bis jetzt gut ging oder ob es schon in der ersten Woche Probleme gab, berichtet die Mainzer Polizei.

Verbotszonen: Ein E-Scooter-Fahrer landet auf der Autobahn

Erwähnenswerte Verkehrsunfälle gab es nach Angaben der Polizei in der ersten Woche nicht. Trotzdem stellten die Beamten vermehrt fest, dass sich die E-Scooter-Fahrer nicht an die angegebenen Fahrverbotszonen halten. Viele Nutzer fahren in Bereichen, wie dem Rheinufer oder der Fußgängerzone, die für die E-Scooter nicht freigegeben sind. Laut der Polizei sorgt das Fahren in diesen Bereichen „für Behinderungen oder sogar Gefährdungen.“ Das Fahren in den Verbotszonen wird von der Polizei als Ordnungswidrigkeit geahndet und kann Geldstrafen von 15 bis 20 Euro zur Folge haben.

Einen herausragenden Fall gab es am Montagabend. Ein Scooter-Nutzer, der angeblich bloß seiner Navi-App folgte, landete auf der A 643 bei Mainz. Zum Glück des Rollerfahrers wurde er durch einen LKW-Fahrer nach hinten abgesichert (wir berichteten).

Fehlerhafte Fahrweise

Des Weiteren fiel der Polizei auf, dass einige Rollerfahrer die E-Scooter verbotenerweise zu zweit benutzen. „Die Selbstgefährdung auf den kleinen Rollern und das nicht unerhebliche Verletzungsrisiko“ nehmen nach Angaben der Polizei dabei drastisch zu. „Ein Verstoß kostet 10 Euro“, so die Polizei Mainz.

Probleme beim Parken

Ein weiterer Punkt, den viele im Voraus bemängelten, war das sogenannte Freefloating-System, bei dem die E-Roller überall ausgeliehen und geparkt werden können. „Es gibt immer wieder Meldungen, wonach Roller auf der Straße abgestellt, den Durchgangsverkehr behindern oder sogar mitten auf Gehwegen liegen. Dort stellen sie eine Gefahr für Fußgänger, aber vor allem für bewegungs- oder seheingeschränkte Personen, dar“, berichtet die Mainzer Polizei.

Fortbildung der Polizei

Seit einigen Monaten habe sich die Polizei schon auf die Einführung der E-Tretroller vorbereitet. „Mittlerweile sind auf allen Dienststellen Fortbildungen durch spezialisierte Kollegen durchgeführt worden.“ Das Verhalten der Rollerfahrer soll in der Gewöhnungsphase beobachtet und dokumentiert werden, damit gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der Stadt Mainz Maßnahmen ergriffen werden können. (df)

Das sagen die Mainzer zu E-Scootern:

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