E-Scooter in Mainz: Darauf müsst Ihr achten

Seit Mittwoch rollen die E-Scooter über die Mainzer Straßen. Welche Regelungen es für den Gebrauch gibt, erfahrt Ihr hier.

E-Scooter in Mainz: Darauf müsst Ihr achten

Die E-Scooter haben nun auch Mainz erreicht. Am Mittwoch präsentierte der Anbieter „Tier Mobility“ sein Leihmodel. Doch was müssen Nutzer jetzt beachten?

Dieses Unternehmen hat sich durchgesetzt

Der erste Anbieter, der in Mainz seine Elektro-Tretroller zum Verleih anbieten wird, ist das Unternehmen „Tier Mobility“. Nach eigenen Angaben platzierte das Unternehmen am Mittwoch rund 100 E-Scooter in der Stadt. Die Rollerflotte solle nach und nach bis zu 300 Scootern aufgerüstet werden.

Wie das System von „Tier“ funktioniert und wie die Roller ausgeliehen werden können, haben wir gestern schon berichtet:

Konkurrenz

Aber „Tier“ wird vermutlich in den kommenden Wochen und Monaten Konkurrenz in Mainz bekommen. Laut Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) haben sich acht Anbieter bei der Stadt gemeldet. Auch der Elektro-Rollerverleih „VOI“ hat angekündigt, seine Roller in Mainz vermieten zu wollen. „Bis Ende des Jahres haben wir uns vorgenommen, in 30 bis 35 deutschen Städten vertreten zu sein, darunter natürlich auch Mainz. Wann genau das sein wird, hängt von den Gesprächen mit der Stadt ab“, schreibt das schwedische Mobilitätsunternehmen auf Anfrage von Merkurist.

Rollerverbot an einigen Orten

In manchen Gebieten der Stadt ist das Fahren und Abstellen der Roller verboten. Dies wurde in einer freiwilligen Abmachung zwischen „Tier“ und der Stadt festgelegt. „Wir sind für ein sinnvolles Miteinander und wollen kein Chaos auf den Straßen verursachen“, kommentierte Daniel Horn, Citymanager für die Städte Frankfurt, Mainz und Wiesbaden vom Unternehmen Tier die Situation.

Beispielsweise in den Fußgängerzonen, auf dem Jockel-Fuchs-Platz, im Volkspark, am gesamten Rheinufer und in der Ludwigsstraße gilt striktes Fahr- und Parkverbot. Kontrolliert werden soll das Parkverbot mit Hilfe eines Geofencing-Systems. Durch GPS-Daten können die Roller geortet werden. Möchte ein Rollerfahrer seinen Roller in einer der verbotenen Zonen abstellen, kann er sich nicht mit der App ausloggen und zahlt so lange minutenweise weiter, bis der Roller regelgerecht abgestellt wurde. Die Grenze liegt hierbei jedoch bei einer Stunde. Für die Einhaltung des Fahrverbots in diesen Zonen ist die Polizei zuständig.

Der Anbieter kann hier nicht zur Kontrolle beitragen. Er darf die Roller nicht automatisch stoppen, indem er die Geschwindigkeit in den Verbotszonen runterdrosselt, da dies ein Eingriff in den Straßenverkehr wäre und gefährlich werden könnte. Im Rahmen der „Elektrofahrzeuge-Verordnung“ wurde stattdessen ein Bußgeldkatalog zusammengestellt, mit dem Verstöße von der Polizei bestraft werden können. Problem hierbei: Es gibt noch keine Straßenschilder, die die Fahrer darauf hinweisen, in welchen Zonen das Fahren verboten ist. Es dürfen nämlich nur Schilder der Straßenverkehrsordnung aufgestellt werden.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) steht der Regelung kritisch gegenüber. „Wenn es gut geht, ist das schön. Aber die Regelung ist schwach“, kommentiert er. Er wünscht sich vom Bundesverkehrsministerium eine klarere Regelung für die Nutzung von E-Scootern.

Kraftfahrzeuge und keine Fahrräder

Auch wenn die E-Scooter die Berechtigung haben, auf Fahrradwegen zu fahren, haben sie nicht die gleichen Rechte wie Fahrradfahrer. Beispielsweise in Einbahnstraßen, in denen Fahrradfahrer auch gegen den Verkehr fahren dürfen, ist dies den E-Scootern nicht gestattet. Sie zählen zur Kategorie der Kraftfahrzeuge. Da die Roller aber maximal 20 km/h fahren können, sollen sie vorzugsweise auf Fahrradwegen fahren.

Die Akkuladung eines Rollers hält ungefähr für 40 Kilometer. Danach wird er von Mitarbeitern des Anbieters ausgewechselt. Jeden Abend soll ein Sicherheitscheck und eine Sammlung der Roller stattfinden. Die Mitarbiter können die Roller durch GPS überall auffinden. (df/pk/mm)

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