„Wir haben die Nase voll“: Unbefristeter Busstreik ab Montag

Keine Einigung um bessere Bezahlung erreicht

„Wir haben die Nase voll“: Unbefristeter Busstreik ab Montag

Ab Montag könnte der Schul- und Arbeitsweg für viele Mainzer schwer zu bewältigen werden. Die Gewerkschaft Verdi hat ab Montag (21. Juni) einen unbefristeten „Erzwingungsstreik“ im Busverkehr angekündigt. Wie die Mainzer Mobilität (MM) mitteilt, entfallen wegen des erneuten Streiks bei deren Subunternehmer DB Regio Bus Mitte bis auf Weiteres einige Fahrten auf den Linien 6, 33, 56, 58, 60, 63, 65, 66 & 78 von Montag um 4 Uhr an.

Aufgrund der Kurzfristigkeit werden die ausfallenden Fahrten in den Verbindungsauskünften (Webseite, Apps) erst am jeweiligen Tag mit „Ausfall“ gekennzeichnet. Auf den Anzeigetafeln an den Haltestellen werden nur die stattfindenden Fahrten angezeigt. Dabei könne es aber aufgrund der Kurzfristigkeit zu Fehlern kommen.

Hauptsächlich ist dabei mit Ausfällen morgens und mittags zu rechnen. Nachmittags kann die MM dann einige und ab 21.30 Uhr alle Fahrten des Subunternehmers durch eigene Fahrzeuge und eigenes Personal ersetzen. Vor Schulbeginn schafft es die MM, Fahrten nach Nieder-Olm, Ingelheim und zur Peter-Härtling-Schule in Finthen zu ersetzen. Einzelne Zusatzfahrten vor Schulbeginn können nicht stattfinden. Mehr Infos zu den betroffenen Schulfahrten gibt es hier.

Übersicht der betroffenen Linien und Fahrten

  • Linien 60, 63 & 65: Nur höchstens eine Fahrt je Richtung am Morgen entfällt, ansonsten keine streikbedingten Einschränkungen.

  • Linien 58 & 78: Entfall mehrerer Fahrten über den Tag verteilt. Entfall der ersten Fahrt am Morgen ab Bischofsheim/Treburer Straße (Linie 58).

  • Linie 56: Es entfallen einzelne Fahrten, auch die erste Fahrt am Morgen ab Wackernheim/Rathausplatz.

  • Linien 6, 33 & 66: Stark betroffen, ganztags Entfall zahlreicher Fahrten. Bei diesen Linien sind oft auch mehrere Fahrten hintereinander betroffen. Bei der Linie 6 kommt es zwischen Gonsenheim/Wildpark und Münchfeld zu Abständen von bis zu 100 Minuten zwischen den noch verkehrenden Fahrten. Entfall der ersten Fahrt am Morgen ab Gonsenheim/Wildpark (Linie 6) und Wiesbaden/Fasaneriestraße (Linie 33). Die MM empfiehlt zwischen Mainz und Wiesbaden auf den S-Bahn- und Regionalverkehr umzusteigen. In Richtung Gonsenheim kann man auf die Straßenbahnen ausweichen. Fahrgäste, die ins Münchfeld müssen, sollen die Buslinien zum Friedrich-von-Pfeiffer-Weg nutzen. Ab 18 Uhr fährt auch der MainzRIDER in viele Mainzer Stadtteile.

  • Linie 75: Linie 75 wird komplett durch die ORN selbst gefahren und ist daher nicht vom Streik betroffen.

  • Linie 91: Keine streikbedingten Einschränkungen im Fahrplan von Montag bis Freitag. Am Wochenende kann es zu Ausfällen kommen.

Die Mainzer Mobilität wird im Laufe der nächsten Woche über Aktualisierungen informieren, da die aktuellen Informationen vorerst nur für Montag bis Freitag gelten.

Hintergrund zum Streik

Verdi fordert unter anderem, dass künftig Pausenzeiten während der Arbeitsschicht bezahlt werden. Lange wurde mit den Arbeitgeberverbänden und dem Land diskutiert. Schlussendlich kam es aber zu keiner Einigung. Den rund 2600 Beschäftigten bleibe keine andere Wahl, als jetzt unbefristet zu streiken, sagte der Landesfachbereichsleiter der Gewerkschaft, Jürgen Jung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben langsam die Nase voll“, sagte auch Georg Vassiliadis, der als Busfahrer bei der DB Regio Bus in Speyer arbeitet. Der wegen nicht durchbezahlter Dienste geringere Verdienst belaste auch die Rentenansprüche der Busfahrer, so der DB Regio Busfahrer.

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