Gewerkschaft kritisiert Kitahelfer-Projekt

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert ein Modellprojekt, das Mainzer Erzieherinnen in städtischen Kitas entlasten soll. Der geplante Einsatz von Kitahelfern könne für Mehrarbeit bei Erzieherinnen sorgen, argumentiert die Gewerkschaft.

Gewerkschaft kritisiert Kitahelfer-Projekt

Mit einem Modellprojekt versucht die Stadt Mainz, Erzieherinnen und Erzieher in städtischen Kitas zu entlasten. Dazu werden momentan sogenannte Kitahelfer gesucht. Die Kitahelfer sollen die ausgebildeten Fachkräfte unterstützen, müssen selbst aber keinerlei pädagogische Fachausbildung vorweisen (wir berichteten). Ermöglicht wird das Projekt vom Land Rheinland-Pfalz. Die Gewerkschaft Verdi hält von dem Modellprojekt nicht besonders viel und kritisiert es.

Verdi Gewerkschaftssekretär Tupac Orellana sagt gegenüber Merkurist: „Erzieherinnen und Erzieher sind Profis, leisten eine körperlich und psychisch fordernde Arbeit. Es ist nicht neu, dass man sich derzeit schwer damit tut, diese Fachkräfte für Kitas zu finden - auch in Mainz.“ Statt wie mit dem Kitahelfer-Modell die Einstiegsbedingungen im Erzieherberuf zu lockern, müsse der Beruf „allgemein aufgewertet werden“, so Orellana. Viele Erzieherinnen, die in der Gewerkschaft Verdi organisiert sind, stünden dem Projekt sehr kritisch gegenüber. Problematisch sei zudem, dass die Grundaussage des Modellprojekts sei: „Den Job kann ja jeder machen“, sagt Orellana.

Kitahelfer könnten Mehrarbeit verursachen

Zudem befürchtet die Gewerkschaft, dass die Kitahelfer am Ende mehr Arbeit verursachen als sie abnehmen könnten. Schließlich müssten die Helfer von den ausgebildeten Erzieherinnen eingearbeitet werden, hinzu kämen die Konzeptausarbeitung und Nachbereitung des Modellprojekts - die dann auch an den Erziehern hängen bleiben könnte.

Die Gewerkschaft Verdi wünscht sich stattdessen eine Aufwertung des Erzieher-Berufs. „Der simpelste Weg dafür ist die Bezahlung - aber es geht nicht nur darum. Es geht auch um eine angemessene Entlastung der Erzieherinnen, der Job ist durch die Corona-Krise nicht leichter geworden“, sagt Orellana. Auch von der Stadt bezuschusste oder bereitgestellte Dienstwohnungen könnten Erzieherinnen für den Beruf begeistern, besonders angesichts der teuren Mieten in Mainz. Positiv sei laut Orellana, dass nur die Kitas sich am Modellprojekt beteiligen müssten, die es auch wollten. Zudem befinde man sich als Gewerkschaft im Austausch mit der Stadt Mainz, die in Teilen auf die Bedürfnisse der Erzieherinnen eingehe. „Es könnte aber schneller gehen und es geschieht nur, weil Druck aufkommt“, so Orellana.

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