Zu hohe Gas- und Stromabschläge berechnet: Kunden sollten genau prüfen

Experten raten nachzurechnen

Zu hohe Gas- und Stromabschläge berechnet: Kunden sollten genau prüfen

Die Energiekrise lässt derzeit die Strom- und Gaspreise massiv in die Höhe schnellen. Diese Preiserhöhungen schlagen sich inzwischen nun zunehmend auf den neuen Abschlagsrechnungen der Versorger nieder. Doch wie die Verbraucherzentrale (VZ) jetzt angibt, könnten diese Forderungen teilweise viel zu hoch sein.

Derzeit mehrten sich die Hinweise auf überhöhte Abschlagsrechnungen. In manchen Fällen würden die Versorger mehrere Hundert Euro mehr im Monat in Rechnung stellen als ihnen zustehen würde, so die VZ. Denn laut Gesetz dürften Versorger nur Abschläge verlangen, die sich an den tatsächlichen Umständen - also am durchschnittlichen Verbrauch des Haushalts und am aktuellen Preis - orientieren.

Gasversorger müssten derzeit zwar das Gas für den Winter zu hohen Preisen vorfinanzieren und dann offensichtlich mit großen Zahlungsausfällen im kommenden Winter rechnen. „Allerdings könnte der eine oder andere Versorger bereits in ernster wirtschaftlicher Schieflage sein. Im Falle einer Insolvenz wäre das vorausgezahlte Geld verloren, ohne dass Gas fließt“, so die VZ. Es sei daher ratsam, die Abschläge genau zu prüfen. Seien diese zu hoch, könne vom Versorger verlangt werden, dass er die Abschläge auf ein angemessenes Niveau senkt. Werde diesem Verlangen binnen vier Wochen nicht abgeholfen, könne ein Antrag auf Schlichtung bei der Schlichtungsstelle Energie in Berlin helfen.

Welches Niveau dann angemessen ist, könne aus dem Vorjahresverbrauch errechnet werden. Dazu würden die Kilowattstunden des Vorjahres mit dem aktuellen Strom- oder Gaspreis multipliziert und die Grundgebühr hinzu gerechnet. Dieser Betrag werde dann durch elf Monate geteilt. Im zwölften Monat verlangten die meisten Anbieter keinen Abschlag, da dann die Rechnung erstellt wird. Die Verbraucherzentrale rät jedoch, den Abschlagsbetrag keinesfalls eigenmächtig zu kürzen und nur einen Teil zu bezahlen. Denn sonst könne schnell eine Vertragskündigung drohen oder bei einem Rückstand in Höhe von zwei Monatsabschlägen bereits eine Versorgungssperre verhängt werden.

Den „Abschlagsrechner“ der Verbraucherzentrale findet ihr hier.

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