Die Geschichte der Rheingoldhalle

Seit 1968 ist die Rheingoldhalle das größte Veranstaltungshaus in Mainz und gilt als Zuhause für Kongresse, Messen und die Saalfastnacht. Am Donnerstag stand das Dach der Halle in Flammen. Ein Rückblick auf mehr als 50 Jahre Geschichte.

Die Geschichte der Rheingoldhalle

Die Rheingoldhalle ist seit rund 50 Jahren das Zentrum der Mainzer Saalfastnacht und Ort für Kongresse, Bälle und Messen. Erst im vergangenen Jahr feierte die Halle ihr 50-jähriges Jubiläum und wird anlässlich des runden Geburtstages seit 2018 saniert. Am frühen Donnerstagmorgen brach im Gebäude jedoch ein Feuer aus und ließ den Dachaufbau einstürzen. Wie es mit der Rheingoldhalle weitergeht, ist derzeit noch unklar.

Bevor die Rheingoldhalle in den 1960er-Jahren am Mainzer Rheinufer errichtet wurde, gab es an gleicher Stelle bereits ein Veranstaltungszentrum: Im 19. Jahrhundert war die Alte Stadthalle mit einem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern das größte Festgebäude in ganz Deutschland. Seit 1884 stand die „gud Stubb“ am Rheinufer, im Februar 1945 wurde sie am Ende des Zweiten Weltkrieges jedoch nahezu völlig zerstört. Einige Jahre lang wurden die bestehenden Gebäudeteile der Festhalle weiterhin provisorisch genutzt, letztlich allerdings abgerissen.

Erster großer Umbau und technische Aufrüstung

Von 1965 bis 1968 folgte dann an der selben Stelle der Bau der Rheingoldhalle. Sie wurde zum neuen größten Veranstaltungshaus in Mainz. Fast 40 Jahre später nach der feierlichen Eröffnung stand der erste große Umbau an: Das neue Herzstück war danach der mehr als 1000 Quadratmeter große Gutenbergsaal, der sich in vier Räume unterteilen lässt. Außerdem bekam die Rheingoldhalle ein Foyer und wurde technisch aufgerüstet. „Die Rheingoldhalle erstrahlt in neuem Glanz“, sagte August Moderer, Geschäftsführer des damaligen Betreibers „Congress Centrum Mainz“ bei der Wiedereröffnung. Dank der neuen Räume konnten erstmals mehrere Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden.

Zum 50. Geburtstag folgte im November 2018 der Startschuss für eine weitere Sanierung. Grund waren verschärfte Brandschutzauflagen und Sicherheitsvorkehrungen, außerdem sollten der große Kongress-Saal saniert und die untere Ebene umgebaut werden. Das beeinträchtigte vor allem die Mainzer Fastnacht: Viele der großen Sitzungen mussten 2019 auf den kleineren Gutenbergsaal ausweichen.

„Die Rheingoldhalle ist ein sehr emotionaler Veranstaltungsort.“ – Oberbürgermeister Michael Ebling

Ursprünglich war geplant, die Rheingoldhalle bis September 2019 umzubauen. Doch beim Brand am Donnerstagmorgen stürzten Teile des Dachs ein (wir berichteten). „Die Rheingoldhalle ist ein sehr emotionaler Veranstaltungsort. Deshalb tut es weh, da zuzuschauen“, kommentierte Oberbürgermeister Michael Ebling den Brand. Ob die Sanierungsarbeiten an der Halle die Ursache für das Feuer sind, ist laut Polizei unklar. Außerdem kann noch nicht eingeschätzt werden, welche Auswirkungen das Feuer auf die Sanierung und die kommenden Veranstaltungen haben wird. (mm)

Logo