Was wird aus dem Mainzer Weihnachtsmarkt?

Rund hundert Buden, Tausende Lichterketten und Zehntausende Besucher gab es im vergangenen Jahr auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt. In diesem Jahr könnte der Veranstaltung aufgrund der Corona-Krise jedoch das Aus drohen. Gibt es doch noch Hoffnung?

Was wird aus dem Mainzer Weihnachtsmarkt?

Noch bis 31. Dezember sind dieses Jahr alle Großveranstaltungen in Deutschland untersagt. Wie es mit den Weihnachtsmärkten weitergeht, ist indes noch nicht ganz sicher. In Rheinland-Pfalz will die Landesregierung Mitte September „die Entscheidungen in Bezug auf Brauchtum, wie Fastnacht oder Weihnachtsmärkte“, in der 11. Coronabekämpfungsverordnung vorstellen (wir berichteten). So scheint es also aktuell nicht unausweichlich, dass der Mainzer Weihnachtsmarkt abgesagt werden muss. Doch wie beurteilen die Mainzer Schausteller die Situation?

„Weihnachtsmarkt kein Ballermann“

Wie der Vorsitzender der Mainzer Schausteller, Marco Sottile, sagt, sei die Hoffnung, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden könne, groß. Zurzeit stünden die Schausteller in engem Austausch mit Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) und dem Amt 80, das für den Weihnachtsmarkt zuständig ist. Es gebe gute Gespräche und man käme auch auf einen Nenner, sagt Sottile. „Die Stadt und die Schausteller werden den Weihnachtsmarkt nicht aufgeben. Ich bin der festen Überzeugung, dass er stattfinden kann.“

Sicherlich könnte der Markt nicht wie in der zuletzt gewohnten Form stattfinden, trotzdem sei es möglich, ihn in etwas anderer Art zu realisieren. „Wir werden das Gelände nicht einzäunen können, dafür aber das Marktgelände entzerren.“ Mit genügend Abstand zwischen den einzelnen Buden könnten die Schausteller und wohl auch die Besucher gut leben, sagt Sottile. Nicht sinnvoll halte er aber Forderungen, wonach auf den Ausschank von Alkohol verzichtet werden sollte.

Den gebe es ja auch in den Bars und Lokalen rund um den Markt zu kaufen. „Die Leute kommen ja nicht um Jacky-Cola oder Wodka-Redbull zu trinken, sondern für einen Glühwein, der um die neun Prozent Alkohol hat“, sagt Sottile. So könne man mit ruhigem Gewissen sagen, dass das Publikum auf dem Weihnachtsmarkt auch ein anderes als auf Volksfesten sei. „Der Weihnachtsmarkt ist ja kein Ballermann.“ Zudem seien die Buden auch nur bis 20:30 Uhr geöffnet.

Schausteller gegen vorschnelle Absage

Um also den Markt möglich zu machen, habe man zuletzt in Zusammenarbeit mit dem Amt 80 gute Ideen entwickelt, so Sottile. Nun gelte es aber zunächst einmal die neue Corona-Verordnung abzuwarten. Wenn der Markt letztlich abgesagt werden sollte, dann könne das auch noch acht Tage vor dem geplanten Veranstaltungsbeginn erfolgen, die Schausteller wären in diesem Fall flexibel. „Den Weihnachtsmarkt schon jetzt abzusagen, dazu ist es definitiv zu früh“, sagt Sottile.

Denn momentan habe auch jeder Gastrobetrieb, der ein Hygienekonzept vorlegen beziehungsweise einhalten könne, geöffnet. „Auch wir Schausteller können solche Konzepte - noch dazu mit unseren mobilen Ständen - umsetzen“, sagt Sottile. Letztlich komme es aber auch immer auf die einzelnen Besucher an. Wie Sottile glaubt, werde der Markt zumindest nicht am Benehmen der Besucher scheitern. „Die Leute verhalten sich inzwischen diszipliniert, halten die Vorschriften ein. Jeder Bürger weiß, um was es geht.“ Nun ist also die Politik am Zug, um eine Entscheidung pro oder contra Weihnachtsmarkt 2020 zu fällen. (nl)

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