Mainzer Weihnachtsmarkt: Die schonungslose Bilanz

Normalerweise ist der Mainzer Weihnachtsmarkt ein Publikumsmagnet. In diesem Jahr standen die Vorzeichen aufgrund der Corona-Pandemie allerdings nicht so gut. Am letzten Tag des Markts ziehen die Ständebetreiber nun ein ehrliches Fazit.

Mainzer Weihnachtsmarkt: Die schonungslose Bilanz

Am heutigen Donnerstag (23. Dezember) schließt der Mainzer Weihnachtsmarkt. Rund einen Monat lang hatten Mainzer und Auswärtige die Möglichkeit, die Veranstaltung in der Altstadt zu besuchen. Aufgrund der Pandemielage galten in diesem Jahr jedoch strenge Zugangsregeln, die extra von Sicherheitsmitarbeitern kontrolliert wurden. Auch für die Marktbeschicker ergaben sich durch die neuen Corona-Maßnahmen ganz andere Arbeitsabläufe im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren. Nun ziehen die Standbetreiber ein Fazit, das zumindest wirtschaftlich gesehen ernüchternd ausfällt.

Starke Umsatzeinbußen

Wie der Vorsitzende der Mainzer Schausteller, Marco Sottile, gegenüber Merkurist sagt, hätten die Marktbeschicker in diesem Jahr mit großen Umsatzeinbußen zu kämpfen gehabt. „Zwischen 30 und 70 Prozent sind die Umsätze bei einigen Ständebetreibern gegenüber der Vor-Corona-Zeit zurückgegangen.“ Es seien dieses Mal auch generell weniger Leute in der Stadt gewesen, die den Markt hätten besuchen können. Die 2G-Regel auf dem Marktgelände und in den Geschäften sowie die 2G-Plus-Regelung in der Gastronomie hätten das Geschäft auf dem Weihnachtsmarkt negativ beeinflusst, so Sottile. Klagen wolle er aber dennoch nicht.

Denn diese vier Wochen seien für alle am Markt Beteiligten - von den Schaustellern, über die Stadt bis hin zum Sicherheitsdienst - eine enorme Herausforderung gewesen. „Ein System, wie mit den Bändchen, ohne Vorlauf zu starten und bis zum letzten Tag in Perfektion zu Ende zu bringen, muss man deutlich loben“, sagt Sottile. Er selbst hätte jedenfalls nicht daran geglaubt, dass der Markt bis zum letzten Tag offen bleibt. Lediglich eine Öffnung bis über das zweite Wochenende nach Start habe er als realistisch angesehen. Nun sei er froh, dass es doch anders gekommen ist.

Hoffnungen ruhen auf 2022

Für das Jahr 2022 seien er und seine Kollegen nun zuversichtlich gestimmt, sagt Sottile. „Ich bin von ganzem Herzen Schausteller; Kirmes und Karussells sind mein Leben - und da das aktuelle System auf dem Weihnachtsmarkt so gut funktioniert hat, steht nun auch einer Umsetzung des Rheinfrühlings im nächsten Jahr nichts mehr im Wege.“ Generell sei man mit der Stadt im ständigen Austausch und rechne den Mitarbeitern ihr Engagement hoch an, zumal auch hier zuletzt eine unheimliche Anspannung zu spüren gewesen sei, das Weihnachtsmarkt-Konzept erfolgreich umzusetzen, so Sottile. Jetzt gelte es aber zunächst einmal, den Jahreswechsel abzuwarten und dann motiviert in 2022 durchzustarten.

Logo