Draußen feiern nach 0 Uhr: So ist es noch möglich

Anwohner und die Stadt Mainz wehren sich gegen feiernde Jugendliche. Doch wo können sie jetzt noch hin?

Draußen feiern nach 0 Uhr: So ist es noch möglich

Die letzten warmen Sommernächte stehen an und die Plätze am Rhein sind schon tagsüber voller junger Menschen, die dort in kleinen Gruppen feiern, spielen und Spaß haben. All das meist ohne Auffälligkeiten, oder Verstöße gegen die Corona-bedingten Regeln. Doch nach 12 Uhr ist Schluss damit.

Das Problem mit Lärm und Müll

Insbesondere an Hotspots, wie dem Winterhafen, ist ein lautes Feiern nach Mitternacht nicht mehr gestattet. Zu groß war die Lärmbelästigung für Anwohner (wir berichteten). Auf Anfrage von Merkurist heißt es von Stadtsprecher Marc André Glöckner: „Es gibt zahlreiche Flächen in Mainz an denen man lachen und feiern kann und soll. Aber es gibt auch Grenzen. Dies gilt sowohl im öffentlichen Raum auf Plätzen und in Grünanlagen, als auch auf dem privaten Balkon oder im eigenen Garten. Ab 22 Uhr gilt die Nachtruhe und ruhestörender Lärm ist zu vermeiden.“

Aber auch der Müll, der von einigen hinterlassen wurde, fiel negativ ins Licht der aufgestellten Scheinwerfer. „Der steigende Lärmpegel bei steigendem Alkoholkonsum der Besucher, die von den Nutzern migebrachten Beer-Pong-Tische, die lauten mobilen Musikboxen und große Mengen zurückgelassener Müll waren einfach zu viel, weshalb wir uns dafür entschieden haben, diese Bereiche intensiv zu kontrollieren.“, so Glöckner.

Ist der Weg nach Hause die einzige Option, die den Feiernden nach 0 Uhr momentan bleibt?

Merkurist-Leser Herbert Rösch stellte sich im Snip die Frage, wo Jugendliche nach 12 Uhr überhaupt noch im Freien lachen und feiern können. Hier stellt die Stadt Mainz klar: „(…) wenn sich die Besucher an die Regeln halten, dann ist eine Nutzung städtischer Grünflächen nach 0 Uhr grundsätzlich auch möglich.“

Die Alternativen zu städtischen Grünflächen ohne direkte Anwohner sind rar gesäht. Rund um das Rheinufer sind in der Alt- und Neustadt Anwohner zu treffen. Einzig an den Rheinwiesen zwischen Kaisertor, Raimunditor und Brückenkopf vor dem Kurfürstlichen Schloss ist durch die breite Rheinstraße und dem Landtag ein gewisser Abstand zu direkten Anwohnern gegeben.

Eine weitere Alternative zum nächtlichen Verweilen am Winterhafen findet sich auf der anderen Rheinseite. An der Maaraue gibt es ebenfalls keine direkten Anwohner, die sich vom Lärm gestört fühlen könnten. Ein Vorteil ist die Lage auch, weil die Sonne bis zum Sonnenuntergang auf das hessische Rheinufer scheint. Die Maaraue gehört jedoch nicht zu Mainz und ist vom stadtnahen Winterhafen eine gute halbe bis dreiviertel Stunde Fußweg entfernt.

Doch ist ein Feiern nach 0 Uhr überhaupt nötig?

Diese Frage hat für reichlich Diskussionen gesorgt. Während manche diese Uhrzeit als guten Kompromiss empfinden, sehen andere eine zu große Einschränkung für die Jugend, deren Privileg es sei auch nachts „lärmen zu können.“, so Merkurist Leser „Vadder Rhein“. Doch sollten hierbei keine Anwohner gestört und die Nachtruhe bewahrt werden.

Unabhängig von der Uhrzeit gibt es momentan trotz der Pandemie einige Möglichkeiten draußen feiern zu gehen. Hier verweist Stadtsprecher Glöckner auf die Corona-konformen Formate der Ausgeh- und Feiermöglichkeiten, wie „Mainz lebt auf seinen Plätzen am Mainzstrand“, „Kultur verbindet – Zitadelle live!“, die „Fenster zum Hof“-Reihe im Landesmuseum, die Kulturgärten, sowie die weitern Kooperationen der mainzplus Citymarketing GmbH mit den Clubbetreibern und letztendlich auch auf die Außengastronomie und Biergärten, die teils auch länger als 0 Uhr geöffnet haben. (pk)

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