Stoff für Netflix und Amazon? Wie zwei Mainzer an einem Doku-Hit arbeiten

Eine Radreise, viele Begegnungen und jede Menge Ungewissheit: Mit dieser Idee wollen zwei Mainzer einen sehenswerten Dokumentarfilm drehen. Merkurist hat mit Filmemacher Joshua Maciejok über das Projekt gesprochen.

Stoff für Netflix und Amazon? Wie zwei Mainzer an einem Doku-Hit arbeiten

Mit dem Fahrrad von Mainz nach Istanbul: Dieses ambitionierte Ziel hat sich der Mainzer Musiker Sinan Köylü (Sinu) für das Frühjahr 2023 gesetzt. Doch damit nicht genug, unterwegs will er ein Album schreiben und allerlei Menschen treffen. Begleitet wird der Musiker vom Mainzer Filmemacher Joshua Maciejok, der über den ungewöhnlichen Radtrip den 90-minütigen Dokumentarfilm „Velo to Istanbul“ kreieren möchte.

Gegenüber Merkurist erklärt Maciejok: „Sinan und ich haben schon bei Videodrehs zusammengearbeitet. Er kam mit der Idee seiner Reise auf mich zu und wollte, dass wir das Projekt zusammen angehen.“ Begleitet von Maciejok und zwei weiteren Crewmitgliedern will Köylü seine Reise Anfang März starten, sieben bis acht Wochen werde es dauern, bis er Istanbul erreicht. „Sinan hat Verwandtschaft in der Türkei und legt die Strecke mehrmals im Jahr von Deutschland aus zurück – allerdings mit dem Flugzeug“, erklärt Maciejok. Doch was sich in den Ländern dazwischen abspiele, kriege er so überhaupt nicht mit. Deswegen wolle er sich nun den Menschen dort widmen, sie kennenlernen und erleben.

Cineastische Bilder geplant

Die meiste Zeit wird der Mainzer Musiker dabei vom Kamerateam begleitet, allerdings nicht permanent. „Zum einen wollen wir auch die Menschen, die Sinan unterwegs trifft, begleiten. Zum anderen wird er unterwegs auch auf Wegen fahren, die wir mit dem Auto nicht nehmen können“, so Filmemacher Maciejok. Gerne hätte das Filmteam Köylü auch vom Fahrrad aus begleitet, doch das sei letztlich keine Option gewesen. „Wir wollen keinen Film produzieren, der mit kleinen Kameras und wackliger Vlog-Optik daherkommt. Die Idee ist, größeres Equipment zu nutzen und cineastische Szenen einzufangen“, sagt der Filmemacher.

Der Fokus liege dabei nicht auf dem Radfahren, sondern auf Köylüs persönlicher Reise und der Entstehung seines Albums. Daher werde er auch mit Instrumenten reisen und unterwegs auf andere Musiker treffen. Während diese Treffen größtenteils vorab geplant werden, soll es dennoch auch spontane Begegnungen und Momente geben. „Es ist die Mischung, die den Film sehenswert machen soll. Dass etwas auch mal nicht wie geplant funktioniert und wir das begleiten“, sagt Maciejok.

Stoff für die großen Streamingdienste?

Wenn das Duo nach der Reise wieder nach Deutschland zurückkehrt, ist für beide die Arbeit noch längst nicht getan. Während Köylü sein Album im Studio vertont, steht für Maciejok die sogenannte Postproduktion an – also Schnitt, Vertonung und Fertigstellung des Films. Finanziert werde der Film über ein Crowdfunding und eigens eingebrachtes Geld. Spätestens Anfang 2024 soll der Film dann soweit fertig sein, dass er präsentiert werden kann – voraussichtlich feiert er seine Premiere in Mainz.

Anschließend soll „Velo to Istanbul“ auf Festivals eingereicht werden. Und dann? „Dann wollen wir es schaffen, den Film bei Streaminganbietern wie Netflix oder Amazon Prime unterzubringen“, so Maciejok. Kontakte in die Streamingbranche stünden bereits, allerdings müsse der Film erst fertiggestellt werden, damit die Anbieter den Film auch sichten und aufnehmen könnten.

Rund zwei Monate vor dem Start der Reise ist Filmemacher Joshua Maciejok gespannt darauf, was ihn erwarten wird: „In Österreich, der Slowakei und Kroatien war ich schon mal, was mich in Serbien oder Albanien erwartet? Ich weiß es nicht“, sagt er. „Wir sind alle sehr gespannt auf die neuen Erfahrungen.“

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