Klimaschutz-Ziele: Simulator aus Mainz zeigt überraschendes Ergebnis

Visualisierungs-Tool zeigt Klimaschutz-Beitrag von Vehicle-to-Grid-Technologie

Klimaschutz-Ziele: Simulator aus Mainz zeigt überraschendes Ergebnis

In der öffentlichen Klimadebatte spielt der Begriff Vehicle-to-Grid (V2G) bisher noch keine große Rolle. Vermutlich haben die meisten Leser noch nicht einmal davon gehört. Doch das könnte sich bald ändern. Denn dass V2G einen großen Beitrag leisten kann, die Klimaziele in Deutschland zu erreichen, will das Mainzer E-Mobilitäts-Startup LADE nun deutlich machen. LADE hat ein Visualisierungs-Tool entwickelt, das zeigt, welchen Beitrag V2G zu einer CO2-freien Stromerzeugung leisten kann.

Was Vehicle-to-Grid bedeutet

Vehicle-to-Grid bedeutet wörtlich übersetzt: vom Fahrzeug zum Netz. Damit wird das Zwischenspeichern von Strom in der Batterie eines Elektrofahrzeugs bezeichnet. Der Strom kann bei Bedarf wieder ins Energiesystem zurückgeführt werden.

Und wie funktioniert der V2G-Simulator von LADE? Er zeigt für frei wählbare Zeiträume den gesamten Stromverbrauch in Deutschland sowie die erzeugte Leistung durch Wind- und Solarenergie. Über Regler können verschiedene Ausbauziele für erneuerbare Energien sowie die Anzahl der E-Autos eingestellt werden. Darüber hinaus sind zwei konkrete Szenarien voreingestellt, die über das Tool betrachtet werden können: die Ziele der Ampel-Koalition für 2030 sowie das Agora-Energiewende-Szenario „Klimaneutral 2045“.

Das LADE-Tool zeigt: Sollte die Bundesregierung ihr Ziel von 15 Millionen Elektroautos bis 2030 realisieren können und zudem weiter kräftig die Erneuerbaren ausbauen, sei es realistisch, dass im weiteren Verlauf hierzulande etwa 95 Prozent der Stromversorgung allein mit Wind, Solar und Batterien aus E-Autos abgedeckt werden. 

Dennis Schulmeyer, CEO von LADE sagt: „Die Nutzung von Elektroauto-Batterien als Speicher kann ein extrem wichtiger Baustein zum Erreichen der deutschen Klimaziele sein. Die Technologie kann sehr, sehr einfach und günstig umgesetzt werden, hat eine enorme Wirkung und die Speicher sind ohnehin vorhanden.“

Damit das Potenzial von V2G umfassend genutzt werden könne, müsse nun schnellstmöglich ein standardisiertes Verfahren kommen. Dies betreffe beispielsweise verpflichtende und von der Politik geförderte bidirektionale AC-Ladegeräte im Fahrzeug sowie ein möglichst einfaches Vergütungssystem. „Die Weichen müssen jetzt gestellt werden, sodass wir Vehicle-to-Grid in spätestens fünf Jahren auch tatsächlich vollumfänglich nutzen können“, so Schulmeyer. Wirtschaftlich sinnvoll lasse sich V2G nach Ansicht des Unternehmens nur mit Wechselstrom- bzw. AC-Ladepunkten umsetzen. Um das volle Potenzial der Technologie nutzen zu können, müssten Fahrzeuge deshalb möglichst immer über V2G-fähige Ladepunkte mit dem Netz verbunden sein, wenn sie parken.

Der V2G-Simulator von LADE steht ab sofort unter https://v2g.lade.de zur freien Nutzung zur Verfügung.

Über LADE

Dennis Schulmeyer gründete die LADE GmbH im Jahr 2020. Er ist Digitalunternehmer im Bereich IT und Software-Lösungen. Die Mainzer LADE GmbH entwickelt Infrastruktur-Lösungen, durch die erneuerbare Energien und Elektromobilität möglichst effizient miteinander verknüpft werden können. Elektroautos dienen dann als Zwischenspeicher für die Stromerzeuger Sonne und Wind.

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