Unbekannte haben in Mainz den Gedenkort für Wohnungslose vor der Kirche St. Peter an der Großen Bleiche beschädigt. Wie die Stadtverwaltung Mainz mitteilt, wurden Schmierereien auf dem Betonfundament des Kunstwerks „diffamiert“ hinterlassen und inzwischen wieder entfernt.
Stadt und Verein zeigen sich bestürzt
Vertreter der Stadt verurteilen die Tat. „Als Politik und Verwaltung der Landeshauptstadt Mainz dulden wir keinen Vandalismus und insbesondere nicht an unseren Orten des Gedenkens“, sagt Ludwig Holle, Dezernent für Bauen und Historisches Erbe. Die Verunstaltung zeuge von einem „eklatanten Mangel an Respekt und Empathie“. Holle betont: „Sachbeschädigung ist keine Meinungsäußerung“. Kulturdezernent Ata Delbasteh ergänzt, man toleriere keine Missachtung des Andenkens an die Opfer des NS-Regimes.
Auch der Verein Armut und Gesundheit in Deutschland e.V., der die Aufstellung des Kunstwerks angestoßen und finanziert hatte, äußert sich. „Dieser Vandalismus führt uns schmerzlich vor Augen, wie aktuell der Kampf gegen die Ausgrenzung wohnungsloser Menschen noch immer ist“, erklärt Nele Wilk vom Verein. Sie dankt der Stadt für das schnelle Handeln.
Das Kunstwerk mit dem Namen „diffamiert“ wurde 2025 aufgestellt. Es stammt vom Aschaffenburger Bildhauer Konrad Franz und ist den wohnungslosen und damals als „asozial“ bezeichneten Opfern des NS-Regimes gewidmet. Laut Stadt ist es eine der ersten künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum in Deutschland, die an die Verfolgung dieser Menschengruppe erinnert. Die Initiative zur Aufstellung kam von Prof. Gerhard Trabert.