Forscher der Uni Mainz entwickeln Pille gegen Sonnenbrand und Hautkrebs

Stoffe sollen Haut widerstandsfähiger gegen UV-Strahlung machen

Forscher der Uni Mainz entwickeln Pille gegen Sonnenbrand und Hautkrebs

Die Molekularbiologen Patrick Schmitt und Prof. Dr. Bernhard Lieb vom Institut für Molekulare Physiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben eine Pille entwickelt, die gegen UV-Strahlung schützen soll. Wie die Forscher mitteilen, sei es ihnen gelungen, ein spezielles Pflanzenölgemisch herzustellen, das vor Sonnenbrand und Hautkrebs schützen kann. Das Öl werde nicht wie die klassische Sonnencreme auf die Haut aufgetragen, sondern eingenommen.

Die Grundlage sei eine „hocheffiziente Mischung“ von Ölextrakten verschiedener Pflanzen, wie etwa Blutregenalge, Brokkoli, Granatapfel und Goldtüpfelfarn. „Durch die Einnahme unseres Rohstoffes kann ein vergleichbarer Sonnenschutz erzielt werden wie mit herkömmlicher Sonnenschutzcreme“, so der Molekularbiologe Schmitt.

Schon im Sommer 2018 auf dem Markt?

In der Natur befinden sich laut den Wissenschaftlern viele Stoffe, die einen Schutz vor Sonne bieten. Der Grund: Pflanzen schützen sich selbst vor übermäßiger Sonneneinstrahlung, was notwendig sei, da sie ihren Standort nicht einfach wechseln können. „Die Kunst liegt darin, jene Substanzen zu finden, die gesundheitlich unbedenklich sind und nach der Einnahme auch in der Haut ankommen, um dort ihre Schutzwirkung entfalten zu können“, so Schmitt.

Die neuentwickelte Pille soll die körpereigene Abwehr gegen UV-Strahlung unterstützen. Das mache sie, indem sie Mutationen im Erbgut verhindert. Außerdem sollen die Stoffe sogenannte reaktive Sauerstoffmoleküle unschädlich machen, die sonst Biomoleküle in der Zelle beschädigen würden. Zudem sollen Entzündungen im Körper unterbunden, der Blutfluss verbessert und die Bildung von sogenannten Hitzeschockproteinen gefördert werden. Dadurch werde die Haut widerstandsfähiger gegen Hitze. „Sämtliche Effekte konnten in klinischen Studien hinreichend belegt werden. Für sich genommen konnte für die einzelnen Komponenten so bereits die natürliche Sonnenschutzdauer um das drei- bis vierfache erhöht werden“, so Schmitt. Schon in diesem Sommer könnten Produkte mit dem Mainzer Rohstoff auf den Markt kommen.

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