Wo US-Soldaten die große Liebe finden

Jessica Dreyer hat unter dem Namen „US-Love Wiesbaden“ eine ganz besondere Dating-Agentur gegründet: Bei ihr sollen in Wiesbaden stationierte US-Soldaten und einheimische Frauen zusammenfinden. Das Angebot gibt es jetzt auch digital.

Wo US-Soldaten die große Liebe finden

Als Angestellte auf der Kommandozentrale der US Army Europe in Wiesbaden stand die gebürtige Wiesbadenerin Jessica Dreyer ständig in Kontakt zu den Streitkräften der US-Armee. „Dabei wurde ich mit der Zeit immer öfter gefragt, ob ich nicht sympathische Single-Freundinnen in Wiesbaden hätte, die Lust auf ein Kennenlernen hätten“, sagt sie. Aber nicht nur das: Auch ihre Freundinnen hätten immer öfter gefragt, ob sie nicht einen Single-Mann in Uniform kenne. „Daraus hat sich nach und nach die Idee entwickelt, einen spezialisierten Dating-Service für einsame Herzen aufzubauen“, sagt Dreyer. Gesagt, getan: Kurzerhand gründete sie den Dating-Service US-Love Wiesbaden.

Mit diesem Angebot verkuppelte die Wiesbadenerin im Laufe der Zeit immer wieder Amerikaner mit deutschen Frauen und umgekehrt. Und das so erfolgreich, dass sie ihren Job auf der Base mittlerweile an den Nagel gehängt hat und sich ganz auf ihre Arbeit bei US Love Wiesbaden konzentrieren kann. „Diesen Schritt bereue ich keine Minute. Im Gegenteil: Es macht mir super viel Spaß.“ Weiteres Wachstum erhofft sie sich nun daraus, den Service auch online anbieten zu können. Denn mit dem ‘Online Member Club’ können Singles nun auch im Internet nach passenden Partnern suchen.

German American Matching

Bislang durchforstete Dreyer selbst unzählige Profile einsamer Herzen und stellte anhand von gemeinsamen Interessen oder Wünschen den Kontakt zwischen den Mitgliedern her. Doch irgendwann war das Interesse an ihren Dienstleistungen so hoch, dass ein anderer Weg her musste. „Meine Mitglieder haben gemerkt, dass ich mit den Profil-Vorschlägen per E-Mail nicht mehr hinterher kam, zumal ja vor jedem Vorschlag noch mehr Arbeit zu leisten ist“, sagt sie. Um effizienter zu werden, aber auch auf vielfachen Wunsch ihrer Mitglieder, können diese im ‘Online Member Club’ nun auch selbst aktiv auf die Suche gehen.

Dieser funktioniert, vereinfacht gesagt, ein wenig wie Dating-Apps, zum Beispiel Tinder: Hat man ein Profil erstellt, kann man anderen Mitgliedern einen sogenannten Matching-Request schicken. Wird dieser dann erwidert, kommt Dreyer ins Spiel. „Dann kontaktiere ich beide Seiten und tausche, wie schon bisher beim Offline-Dating, die Vornamen und Telefonnummern aus, damit sich beide kontaktieren können.“ Und auch nur dann wird eine Gebühr fällig. Wird der Request nicht beantwortet, abgelehnt oder kommt sonst etwas dazwischen, müssen die Singles nichts zahlen.

„Ich bestätige die Echtheit der Person im Video-Chat.“ - Jessica Dreyer

Ein großer Vorteil im Vergleich zu Tinder und Co. ist bei US Love Wiesbaden Dreyers Verifizierungskonzept. Fakes oder Betrüger sind bei ihr so gut wie ausgeschlossen, denn die Mitglieder müssen sich persönlich bei ihr verifizieren. „Verifiziert heißt, dass ich mit dem Mitglied per Whatsapp, Facetime, Skype oder Facebook-Messenger mit Video-Funktion kurz spreche, circa fünf Minuten, um die Echtheit der Person und Club-Fotos zu bestätigen und mir einen kurzen Eindruck von der Persönlichkeit zu machen“, sagt sie. Dabei stelle sich dann heraus, ob jemand eher schüchtern, selbstsicher, kommunikativ, freundlich oder witzig ist. „Wer die Verifizierung gemacht hat, erhält im Club den verified Status“, so Dreyer, und ist damit als „echt“ zu erkennen. Anonymität gibt es bei ihr nicht.

Den Mitgliedern gefällt diese Art der Kontaktaufnahme. Das zeige sich nicht nur anhand der wachsenden Mitgliederzahlen, sondern auch an dem Feedback, das Dreyer erreiche. Normalerweise gestaltet sich das Kennenlernen für beide Seiten nämlich eher schwierig. Zum einen sind die Soldaten in ihrer Freizeit als solche nicht zu erkennen. Und wenn doch, erhöht die Sprachbarriere die ohnehin schon gegebene Hemmschwelle, einen Fremden anzusprechen. Zum anderen verbringen die Soldaten einen Großteil ihrer Freizeit auf der Army Base. Hier gibt es etwa Kinos und Cafés, in denen die Amerikaner ihre freien Tage oder den Feierabend verbringen. „Und ich habe Verbindungen zu beiden Seiten und kann so vermitteln“, sagt Dreyer. Dadurch würden viele Schwierigkeiten einfach umgangen.

„Inzwischen kontaktieren mich Frauen auch überregional.“ - Jessica Dreyer

Mittlerweile erhalte sie auch nicht mehr nur Anfragen aus Wiesbaden. „Inzwischen kontaktieren mich Frauen auch überregional aus Hamburg, Berlin und München“, sagt Dreyer. In diesem Jahr soll es, damit der Bekanntheitsgrad noch weiter anwachsen kann, Single-Events in Wiesbaden und auch Promo-Touren in anderen Städten geben. Denn auch auf anderen Militär-Stützpunkten im Land warten noch viele einsame Herzen auf ihr „Perfect Match“. (lp)

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