Fitnessstudios: Kunden können Beiträge für Corona-Schließung zurückverlangen

Das entschied der Bundesgerichtshof am Mittwoch.

Fitnessstudios: Kunden können Beiträge für Corona-Schließung zurückverlangen

Fitnessstudios, die während Corona schließen mussten, müssen ihren Kunden auf Verlangen die Mitgliedsbeiträge für diese Zeit zurückerstatten. Das hat nun der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.

Wie der BGH in seiner Entscheidung vom Mittwoch mitteilt, hätten Kunden einen Anspruch darauf, die bereits eingezogenen Beträge zurückzubekommen – auch wenn das Studio nichts für die Coronaschließung könne. Der Zweck eines Fitnessstudiovertrags liege demnach in der regelmäßigen sportlichen Betätigung. Bei einer mehrwöchigen Schließung sei es jedoch unmöglich gewesen, diese Leistung zu erbringen.

Ausgangspunkt für die Entscheidung des BGH war die Klage eines Mannes, der einen Zweijahresvertrag mit einem Fitnessstudio abgeschlossen hatte, der im Dezember 2019 startete. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie musste das Studio aber vom 16. März bis zum 4. Juni 2020 schließen. Dennoch zog der Betreiber weiterhin die monatlichen Beiträge in Höhe von 29,90 Euro ein. Der Mann hatte hierauf zunächst vergeblich versucht, eine Rückerstattung der Beiträge zu erwirken und dann letztlich vom Fitnessstudio einen Wertgutschein über die Summe gefordert. Das Studio bot dem Mann allerdings lediglich eine Gutschrift über Trainingszeit an, was der Kunde wiederum ablehnte.

Nun bekam der Mann in letzter Instanz vor dem BGH Recht. Bei einem Fitnessstudiovertrag mit mehrmonatiger fester Laufzeit sei „gerade die regelmäßige und ganzjährige Öffnung und Nutzbarkeit des Studios von entscheidender Bedeutung“, so die Richter. Im Lockdown habe dieser Vertragszweck aber nicht erreicht werden können. Zudem dürften die ausgefallenen Monate ohne Zustimmung des Kunden nicht einfach an die Vertragslaufzeit angehängt werden.

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