6 Orte in Mainz, die sich wie Ausland anfühlen

In den Osterferien zieht es wieder viele Mainzer in den Urlaub. Doch wer sich wie in Italien, Frankreich oder Amerika fühlen will, muss die Stadtgrenzen gar nicht verlassen.

6 Orte in Mainz, die sich wie Ausland anfühlen

Goethes Mutter wusste schon vor mehr als 200 Jahren: „Wenn mein Sohn von Frankfurt nach Mainz reist, so bringt er mehr Kenntnis heim als andere aus Amerika.“ Heute könnte man ergänzen: Wer in Mainz wohnt, muss eigentlich gar nicht reisen. Denn an vielen Stellen erinnert Mainz an Städte im Ausland. Das liegt zum einen an der wechselvollen Geschichte der Stadt, zum anderen daran, dass einige Bauwerke bewusst nachgebaut wurden. Wir stellen Euch sechs Orte in Mainz vor, die sich wie Ausland anfühlen.

Altstadt wie Straßburg

Wie wir bereits berichteten, ähneln sich die Mainzer und die Straßburger Altstadt sehr. Die „Bild“-Zeitung schrieb sogar von „Zwillingsstädten“. „Die Altstadt, insbesondere der idyllische Kirschgarten, könnte auch im Elsass, in Straßburg, liegen. Während der französischen Besetzung um 1800 hieß das Plätzchen tatsächlich ‘Jardin des cerisiers’.“

Auch Johannes Gutenberg spielt in Straßburg eine große Rolle. Bevor der Mainzer mit seinem modernen Buchdruck die Welt revolutionierte, verbrachte er einige Zeit in Straßburg. Schon 1458 gab es in Straßburg die erste Druckerei. Die Straßburger dankten es ihm mit einem zentralen Platz: Auf dem Place Gutenberg befindet sich genau wie in Mainz eine Gutenberg-Statue.

Zwei Mal Paris

Doch auch Frankreichs Hauptstadt findet man in Mainz wieder. Wie Merkurist-Leserin Julia schreibt, ähnelt die Kirche St.Ignaz (18. Jahrhundert) nicht nur zufällig der Pariser Pfarrkirche Saint-Gervais-Saint-Protais. So wurde die Sandsteinfassade dem französischen Vorbild aus dem frühen 17. Jahrhundert nachgebildet.

Im Falle des Mainzer Hauptfriedhofs (seit 1803) war es andersherum: Der war Vorbild für den ein Jahr später angelegten Friedhof Père Lachaise.

„Little Italy“ in HaMü

Wer die Mombacher Straße entlangläuft und auf Höhe des Hauptbahnhofs rechts abbiegt, entdeckt eine kleine Perle. Die Siedlung Baentschstraße sieht ein bisschen aus wie Italien oder „Little Italy“ in den USA. An den Balkonen hängen die Wäscheleinen, Fahrräder lehnen an den Wänden und auch die verwinkelte Kopfsteinpflaster-Straße und die steile Hanglage erinnern an südlichere Gefilde.

Die Siedlung wurde in den Jahren 1904 und 1905 errichtet und 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Sie besteht aus zehn fünfgeschossigen Wohnhäusern. Der Baustil hat Einflüsse aus Historismus und Jugendstil — eine einzigartige Mischung in Mainz.

Die Kuppel der Christuskirche

Auch die Christuskirche zwischen Altstadt und Neustadt ist ein ungewöhnlicher Bau in Mainz. Die evangelische Kirche, die um 1900 erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde, fällt besonders mit ihrer 80 Meter hohen Kuppel auf. Der Architekt Eduard Kreyßig hatte den Bau im Stil der italienischen Hochrenaissance entworfen — Vorbild war die Kuppel des Petersdoms in Rom.

Mainzer San Francisco

Seit einigen Jahren trägt die Gaustraße den Spitznamen „San Francisco von Mainz“. Erfinder des Begriffs soll Hubert Neumann sein, nach dem die Bar „Huberts“ benannt ist. Tatsächlich erinnert die „Gaugass“ mit ihrem steilen Aufstieg, den Cafés und Restaurants und den vorbeiratternden Straßenbahnen ein wenig an die US-Metropole.

(ms)

Logo