Wie steht es um die Bauarbeiten an der Rheingoldhalle?

Die Corona-Krise nimmt Einfluss auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens - auch auf laufende Großbauprojekte. Was bedeutet das für die Sanierung der Rheingoldhalle?

Wie steht es um die Bauarbeiten an der Rheingoldhalle?

Seit Oktober 2018 wird die Rheingoldhalle saniert. Die Arbeiten laufen seitdem allerdings nicht ohne Zwischenfälle. Im Mai 2019 verursachte ein Funkenflug bei Schweißarbeiten ein Feuer in der Halle. Diesen Februar wurde dann bekannt, dass die durch das Löschwasser verursachten Schäden größer waren als zunächst angenommen (wir berichteten).

Nun legt die Corona-Krise dem Bauprojekt neue Steine in den Weg: Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien und -maschinen, einzuhaltende Abstands- und Hygienevorschriften auf der Baustelle sowie Probleme durch die Grenzschließungen. Darüber, was das für den Baufortschritt und die Einhaltung des Zeitplans bedeutet, informierten Bürgermeister Günter Beck, Projektleiter der Rheingoldhalle GmbH & Co. KG Frank Intra und dessen Stellvertreter Rolf Hecker bei einem Vorort-Termin am Mittwoch.

Die gute Nachricht: Durch Corona war es zunächst zu Verzögerungen im Zeitplan gekommen. Diese konnten allerdings laut Projektleiter Intra wieder aufgeholt werden. Er erklärt: „Viele der Baustoffe und -maschinen kommen aus Frankreich und Italien - wie zum Beispiel der spezielle Brandschutzputz. Durch Corona kam es zu Lieferschwierigkeiten.“ Nachdem mehrere Staaten die Grenzen schlossen, konnten auch manche Bauarbeiter teilweise nicht mehr zu ihrem Einsatzort kommen. Beck erklärt: „Wir befinden uns ja in einem Zustand der höheren Gewalt. Alle Termine waren kurzzeitig hinfällig. Letztendlich haben sich aber alle beteiligten Firmen sehr kooperativ gezeigt.“

Eröffnungsdatum ungewiss

Der endgültige Abschluss der Sanierungsarbeiten soll voraussichtlich im September 2021 stattfinden. Beck betont allerdings, dass es sich dabei um eine Angabe unter Vorbehalt handle: „Wir geben keine Garantie für diesen Zeitpunkt. Es wird erst einen endgültigen Termin geben, wenn wir uns sicher sind, dass wir diesen auch einhalten können.“ Dabei hänge vieles davon ab, ob es zu einer zweiten Corona-Infektionswelle komme. Im Moment arbeiten 80 Mann auf der Baustelle, in der Hochphase soll die Anzahl der Arbeiter noch auf bis zu 150 erhöht werden. Aktuell befinde man sich noch im kalkulierten Finanzrahmen von 29 Millionen Euro. „Allerdings läuft die Schadensabwicklung des Brandes noch“, erklärt Intra. „Das ist noch nicht kalkulierbar, dann kann sich teilweise noch etwas ändern.“

Hauptfokus auf Brandschutz

Laut Hecker finden große Eingriffe in das Gebäude statt. Der Fokus der Sanierungsarbeiten liegt klar auf den Brandschutzmaßnahmen. Rheinseitig entsteht ein neuer Fluchtbalkon, im Inneren wird überall der spezielle Brandschutzputz verwendet. Der große Saal wird in seiner ursprünglichen Form wieder hergerichtet. Im unteren Bereich in dem sich früher einmal die Spielbank befand, entstehen separate Veranstaltungsräume, sodass die Halle später doppelt bespielbar ist. Im Erdgeschoss ensteht das neue Rheinfoyer. Hier ist der Boden noch sandig, die Decke allerdings schon komplett fertig. „Vor vier Wochen war hier noch Erdreich, jetzt arbeiten gerade die Elektriker“, erklärt Hecker. Nach Fertigstellung soll es vier Zugänge zum Gebäude geben.

Stetige Fortschritte

Im Obergeschoss zeigt Hecker die neue Lüftungsanlage, die mit Wärmerückgewinnungstechnik arbeitet. Auch die Sprinkleranlage unter dem Dach wird komplett erneuert. Während es vorher kaum Sprinkler gab, wird jetzt ein mehrere Kilometer langes, komplexes System verbaut. Damit beim Blick nach oben keine weißen Fugen sichtbar sind, wurden diese mit insgesamt siebeneinhalb Kilometer schwarzem Klebeband abgeklebt. Im großen Saal hofft man auf die Unversehrtheit des bisher noch abgedeckten Parketts: „Ob das Parkett durch das Löschwasser Schaden genommen hat, können wie erst sehen, wenn das Gerüst abgebaut ist“, erklärt Hecker. „Die entnommenen Stichproben lassen Gutes hoffen.“

Während in den Hauptsälen noch überall Gerüste, Schuttcontainer und Zementsäcke stehen, wurden im Cateringbereich bereits erhebliche Fortschritte erzielt: Hier kann laut Hecker schon bald mit der abgehängten Decke begonnen werden. Auch beim Übergang zum Hilton-Hotel sei nicht mehr viel zu machen, die neue Brandwand steht. Das Gerüst im Inneren soll Ende September bereits teilweise entfernt werden. Die Tribüne aus dem großen Saal ist gerade in Flörsheim eingelagert, dort wird sie aufbereitet und saniert. (df)

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