Die Stadt Mainz baut ihr Hilfsangebot für obdachlose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen aus. In der spezialisierten Einrichtung „Unterkunft Plus“ wurde die Zahl der Plätze von zehn auf 13 erhöht. Wie die Stadt mitteilt, wurde parallel dazu auch eine Stelle im Sozialdienst aufgestockt, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.
Langfristige Integration als Ziel
Die Unterkunft richtet sich an Menschen mit diagnostizierten psychischen Erkrankungen oder besonderen Verhaltensauffälligkeiten, die in anderen Betreuungsangeboten bisher keine passende Unterstützung fanden. Laut Stadt leiden viele obdachlose Menschen unter psychischen Problemen, was die Annahme von Hilfe oft erschwert.
Nachdem der Stadtrat dem Konzept im März 2023 zugestimmt hatte, wurde die „Unterkunft Plus“ als niedrigschwellige Einrichtung geschaffen. Den Menschen bietet sie seitdem Versorgung, Schutz und intensive sozialpädagogische Begleitung. So soll zunächst die Grundversorgung der Bewohner sichergestellt und eine Verschlechterung ihrer Lebenssituation verhindert werden. Langfristig ist das Ziel, die Betroffenen in das reguläre Hilfesystem zu integrieren, das im Sozialgesetzbuch (SGB IX) geregelt ist.
Erste Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz
Zu den Schwerpunkten der Hilfe zählen die Schaffung von Schutzräumen, Krisenintervention, Unterstützung bei der eigenständigen Lebensführung und die Anbindung an medizinische Hilfen. Die „Unterkunft Plus“ ist ein Angebot der Stadt Mainz und die erste Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Vergleichbare Angebote gibt es laut der Verwaltung bisher nur in Städten wie Köln, Leipzig oder Dortmund.
Die soziale Betreuung in der Einrichtung übernimmt die Mission Leben. Über die Belegung entscheidet eine gemeinsame Konferenz nach einem Erstgespräch und einer Prüfung der Voraussetzungen durch die Stadt Mainz.