„Verkehrskollaps“ an der Unimedizin Mainz: Was ist dran an der Kritik?

Besucher der Universitätsmedizin Mainz klagen über ein Verkehrschaos auf dem Uni-Gelände sowie bei der Zufahrt zum Areal. Doch wie bewerten die Unimedizin selbst und der Parkhausbetreiber die Situation vor Ort?

„Verkehrskollaps“ an der Unimedizin Mainz: Was ist dran an der Kritik?

Auf dem Gelände der Universitätsmedizin Mainz herrscht jeden Tag Hochbetrieb. Viele Menschen, die dort arbeiten und auch viele, die sich in den Fachklinken behandeln lassen, nutzen das Auto um auf das Gelände zu kommen. Dabei sorgt auch die Parksituation auf dem Gelände der Unimedizin Mainz offenbar für Unmut bei einigen.

So spricht ein Leser beispieslweise von einer „katastrophalen Situation“ an der Unimedizin. Demnach gebe es ständigen Rückstau an der PMG-Tiefgarage. Zudem würde der Verkehr vor und auf dem Gelände „kollabieren“. Andere Leser wiederum monieren, dass Ticketautomaten häufiger nicht funktionieren und Rettungszufahrten zugeparkt seien. Doch ist die Lage vor Ort wirklich so dramatisch?

Auf Anfrage von Merkurist schildert nun die Universitätsmedizin ihre Sicht der Lage. Wie die Pressestelle mitteilt, komme es insbesondere in Stoßzeiten bei der Einfahrt auf das Gelände zu einem Rückstau. Die Wartezeiten wären jedoch „überschaubar“. Dass Rettungszufahrten von unrechtmäßigen Fahrzeugen zugeparkt werden, würde vereinzelt vorkommen. Doch hier greift die Unimedizin durch. „Unser Universitätsmedizin-interner Ordnungsdienst führt regelhafte Kontrollen durch und lässt Falschparker konsequent abschleppen“, heißt es aus der Pressestelle.

Kritik an Zufahrt zur Tiefgarage

Doch wie sieht es mit den Beschwerden aus, die die Ticketautomaten oder die Zufahrt zu den Tiefgaragen betreffen? Zuständig hierfür ist die Parken in Mainz GmbH (PMG). Deren Pressesprecher Michael Bonewitz widerspricht den Vorwürfen, es würde andauernd technische Störungen geben. Ein häufiges Ausfallen der Ticketautomaten seien weder der PMG, noch der Universitätsmedizin bekannt.

Leser hatten zudem angemerkt, dass das Schranken- und Zugangssystem zum Areal nicht einheitlich geregelt sei. Mal müsse man ein Ticket ziehen, mal sei die Schranke offen und ein anderes Mal brauche man eine Karte. Auch diesen Vorwurf hält Bonewitz nicht für gerechtfertigt.

Das Schranken- und Zugangssystem funktioniere einheitlich über Parktickets oder RFID-Karten für Dauerparker und Park&Go-Nutzer. Lediglich bei einem monatlichen Notstrom-Test, der jeden ersten Mittwoch durchgeführt wird, würde es zu kurzfristigen Änderungen kommen.

„Im Rahmen dieses Tests stehen die Schranken für etwa 20 Minuten offen. In dieser Zeit könne sich beim Nutzer der Eindruck eines abweichenden Ablaufs ergeben. Nach Abschluss des Tests laufe das System aber wieder im regulären Betrieb. „Nicht ausgeschlossen werden kann, dass es innerhalb des weitläufigen Klinikgeländes weitere Schranken- oder Zufahrtssysteme gibt, die nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fallen“, erklärt Bonewitz.

Unimedizin sieht dennoch Handlungsbedarf

Obwohl die Universitätsmedizin Mainz die Verkehrssituation vor und auf dem Gelände weniger dramatisch einschätzt als viele Besucher, sieht sie trotzdem Handlungsbedarf. „Die Parksituation auf dem Kerngelände der Universitätsmedizin Mainz ist uns durchaus bewusst, deshalb arbeiten wir derzeit an Lösungskonzepten“ , teilt die Unimedizin mit. Ziel sei es, die Verkehrslage, aber auch die Orientierung in den Tiefgaragen langfristig zu verbessern.