Gelegenheit macht Liebe: Wie hoch ist der Mainzer Flirtfaktor?

Ob in der Mensa, nach der Vorlesung oder bei einer Party im Qkaff – Orte zum Flirten gibt es an der Uni reichlich. Wie wahrscheinlich ist ein Flirt auf dem Campus?

Gelegenheit macht Liebe: Wie hoch ist der Mainzer Flirtfaktor?

Ein nettes Gespräch mit einem Fremden in der Straßenbahn, immer wieder Blickkontakt beim Lernen in der Bibliothek oder ein unverfängliches Kaffee-Date im Georg-Forster-Gebäude: An der Johannes Gutenberg-Universität gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um neue Leute kennenzulernen. Dabei muss man nicht zwingend das gleiche Fach studieren. In den Sportkursen, den Hochschulgruppen oder bei Uni-Partys trifft man auf Studenten der verschiedenen Fachbereiche. Gelegenheit macht Liebe, aber wie steht es tatsächlich um den Mainzer Flirtfaktor?

Die Internetseite Jobmensa ist eigentlich eine Jobbörse für Studenten, in regelmäßigen Abständen werden dort auch die wichtigsten Fakten zu den Hochschulstandorten publiziert. Dabei wird auch der Flirtfaktor der jeweiligen Städte untersucht, dieser setzt sich aus dem Beziehungsstatus der Studenten, dem Alter und der Wohnsituation zusammen. Im Vergleich schneidet Mainz hier nicht besonders gut ab.

60 Prozent der Mainzer Studenten sind vergeben

Was sagen die Mainzer Studenten zu dem Flirtfaktor ihrer Stadt? Können sie die Ergebnisse bestätigen? Merkurist hat einige nach ihren Erfahrungen gefragt.

Lara studiert Lehramt und erzählt lachend: „Ich habe mal einen Zettel zugesteckt bekommen. Also wer flirten will, der kann das sicher auch. Ich bin aber vergeben, da ist der Flirtfaktor einer Stadt nicht so wichtig.“ Ihre Freundin Denise nickt zustimmend: „Ich habe einen Freund, deshalb kann ich dazu gar nichts sagen.“ Und auch Judith berichtet: „Dadurch, dass ich vergeben bin und mein Freund an einer anderen Uni studiert, habe ich hier keine Flirt-Erfahrungen gemacht.“

Die drei scheinen keine Ausnahme in Mainz zu sein, denn in der Landeshauptstadt kann von der „Generation Beziehungsunfähig“ offensichtlich nicht die Rede sein. Laut der Studienergebnisse sind 60 Prozent der befragten Studenten in einer festen Beziehung. Damit liegt Mainz auf Rang 67 der untersuchten Uni-Städte. Das Ergebnis, das für die Mainzer Singles ziemlich ernüchternd ist, wird in der Untersuchung noch differenzierter betrachtet. Demnach sind 41 Prozent der befragten Studenten weiblich und vergeben, 19 Prozent der Befragten sind Männer und vergeben.

Dass mehr als die Hälfte der Mainzer Studenten in einer Beziehung sei, habe nicht unbedingt etwas mit dem Flirtfaktor zu tun, findet zumindest Tillmann: „Flirten kann man doch auch, wenn man vergeben ist! Nach dem Motto: Nur gucken, nicht anfassen!“

Flirten ist Typ-Sache

„Kontaktfreudige Menschen haben es hier schon sehr leicht.“ – Golnaz, Studentin Erziehungswissenschaften

Golnaz hat gerade die letzten Kurse ihres Masters in Pädagogik abgeschlossen. „Flirten hat immer etwas mit der Persönlichkeit zu tun“, sagt sie. „Kontaktfreudige Menschen haben es hier schon sehr leicht. Wenn man neue Leute kennen lernen möchte, dann kann man das.“ Soziologie-Student Josef stimmt dem nicht zu: „Richtig flirten kann man höchstens auf Unipartys.“

Alexander ist erst vor einem halben Jahr nach Mainz gekommen, er erklärt: „An der Uni kann man natürlich leicht neue Leute treffen.“ Trotzdem überrasche ihn das Studienergebnis nicht: „Die Mensa und die Bib sind schon Orte, wo man sehen und gesehen werden kann, aber viel mehr außer Blickkontakten läuft da nicht. Dafür sind alle viel zu sehr in ihrem eigenen Tunnel.“ Dann fügt er hinzu: „Vielleicht sollte man das mal ändern!“

Wer in Mainz noch auf der Suche nach dem oder der Richtigen ist, für den liefert die Studie der Maastricht University gleich eine Empfehlung mit: Besonders viele Singles gebe es in den Sprach- und Kulturwissenschaften, den Geistes-, Wirtschafts- und den Naturwissenschaften.

(rk/ps)

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