Große Corona-Studie aus Mainz: Das sind die ersten Ergebnisse

Wie hoch ist die Impfbereitschaft in der Bevölkerung? Wie viele sind im Home Office? Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Gesundheit? Am Freitag wurden erste Ergebnisse einer großangelegten Corona-Studie der Mainzer Unimedizin vorgestellt.

Große Corona-Studie aus Mainz: Das sind die ersten Ergebnisse

Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, hat offenbar stark zugenommen. Das geht aus einer großangelegten Studie der Unimedizin Mainz hervor. Die Studienleiter um Medizin-Professor Philipp Wild stellten am Freitag erste Ergebnisse vor.

Rund 85 Prozent der Befragten in der Altersgruppe der 44- bis 88-Jährigen gaben an, sich wahrscheinlich impfen lassen zu wollen. Damit habe die Impfbereitschaft in den vergangenen vier Monaten deutlich zugenommen.

Die Pandemie habe einen deutlichen Einfluss auf die Gesundheitsversorgung mit potentiell negativen Spätfolgen für die Bevölkerungsgesundheit. In der Selbsteinschätzung zeige sich eine körperliche und seelische Belastung der Bevölkerung – allerdings „scheint der Lockdown bisher keine starken Effekte auf Ängstlichkeit und Traurigkeit zu haben“. Ein weiteres Ergebnis: Jede 25. Person in der Bevölkerung hat Verschwörungsgedanken hinsichtlich der Pandemie.

Nur etwa die Hälfte der Erwerbstätigen befinde sich in unterschiedlichem Ausmaß im Home Office. Das Nettoeinkommen ist laut der Studie bei etwa jeder zehnten Person gesunken und bei jeder 14. Person gestiegen. Zudem stellen die Studienleiter fest: „Bezüglich der Einhaltung der AHA-Regeln besteht ein Optimierungspotential in der Bevölkerung.“

Hintergrund

Seit Oktober 2020 untersuchen Forscherteams der Universitätsmedizin Mainz, wie sich die Corona-Pandemie und die Maßnahmen auf die Gesundheit von rund 10.000 Probanden auswirken. Dafür erheben die Experten umfangreiche wissenschaftliche Daten, beispielsweise mit PCR- und Antikörpertests. Für die erste Zwischenauswertung standen den Wissenschaftlern die Daten von rund 5450 Studienteilnehmern im Alter von 44 bis 84 Jahren zur Verfügung.

Die Studienteilnehmer nehmen bereits an der seit 2007 laufenden bevölkerungsbasierten Gutenberg Gesundheits-Studie der Universitätsmedizin Mainz teil. Damit liegen umfangreiche Vordaten vor, etwa zu Genetik und psychosozialen Hintergründen.

Wissenschaftsminister Professor Konrad Wolf und die Studienleitung schalteten am Freitag das Studien-Dashboard frei. Dort ist eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse künftig einsehbar.

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