Streik an der Unimedizin: Drohen Versorgungsengpässe?

Die Gewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeiter der Universitätsmedizin zum Streik auf. Was erreicht werden soll und wie die Uniklinik dazu steht, erfahrt Ihr hier.

Streik an der Unimedizin: Drohen Versorgungsengpässe?

Die Gewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeiter der Unimedizin Mainz zum Streik am 28. und 29. November auf. Das bestätigte der Landesfachbereichsleiter Gesundheit der Gewerkschaft Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland, Frank Hutmacher, gegenüber Merkurist. Er führt die Tarifverhandlungen für die Gewerkschaft.

Die Hauptforderungen sind ein neuer Tarifvertrag zur Entlastung des Klinikpersonals und die Festlegung sogenannter Sollzahlen. Diese geben an, wann auf welcher Station und zu welcher Tageszeit wie viel Personal mindestens vor Ort sein muss. Außerdem sollen Regelungen zum Belastungsausgleich festgelegt werden, die greifen, falls diese Vorgaben nicht eingehalten werden. Auch sollen Auszubildende nicht mehr zur Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden dürfen.

Vorbereitungen werden getroffen

Nachdem in der Verhandlungsrunde am 21. November keine Einigung erzielt werden konnte, sind für den kommenden Montag und Dienstag zwei weitere Verhandlungsrunden angesetzt. Gestreikt wird nur dann, wenn bis Donnerstag, 28. November, 6 Uhr, keine Teileinigung erreicht werden konnte. Die Entscheidung kann somit unter Umständen sehr kurzfristig fallen. Derzeit wird laut Frank Hutmacher der Streik vorbereitet und die Streikbereitschaft auf den Stationen abgefragt.

Prinzipiell seien laut Frank Hutmacher Stationsschließungen möglich. Diese müssten jedoch rechtzeitig angekündigt werden. „Um das Wohl der Patienten nicht zu gefährden, wurden jedoch Notdienstvereinbarungen mit dem Arbeitgeber geschlossen. Es kann zu OP-Einschränkungen kommen, Notfälle werden jedoch auf jeden Fall behandelt.“

Stellungnahme der Klinikleitung

Die Klinikleitung nimmt in einer Pressemitteilung vom 21. November Stellung zu den aktuellen Entwicklungen. Darin äußert sich Verhandlungsführer Dr. Christian Elsner: „Die Streikandrohung beeinträchtigt die bislang konstruktive Gesprächsatmosphäre.“ Er empfinde dies als „unnötige Eskalation – auf dem Rücken der Patienten.“ Zusätzlich verweist Elsner auf den neuen Tarifabschluss vom Juli 2019, in dem unter anderem ergänzende finanzielle Leistungen für examinierte Pflegekräfte festgelegt wurden. Dies verdeutliche, wie wichtig der Unimedizin Mainz das Wohl ihrer Mitarbeiter und auch der Auszubildenden sei.

Bereits am 11. November machten mehr als 1200 Beschäftigte der Unimedizin mit einer überdimensionalen Fotopetition vor der Uniklinik auf sich aufmerksam. „Zur Meenzer Lebensart gehört eben auch, nicht nur zu feiern und über dringenden Problemen zu reden, sondern auch zu handeln“, so Frank Hutmacher. „Wir fordern bessere Bedingungen für uns, um eine menschenwürdige und sichere Versorgung für unsere Patienten zu gewährleisten. Mehr von uns ist besser für alle!“, lautete das Statement der an der Aktion Beteiligten.

Insgesamt zählt die Unimedizin derzeit rund 7800 Beschäftigte (Stand Juli 2019). An der Unimedizin sei es laut Hutmacher der erste Streik dieser Art seit 2009. (df)

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