Die Berufsfeuerwehr Mainz trainiert für den Ernstfall mit radioaktiven Stoffen. Das meldet die Feuerwehr Mainz. An insgesamt sieben Terminen im Sommer 2026 bereiten sich die Einsatzkräfte auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) auf diese seltenen, aber besonders anspruchsvollen Lagen vor.
Da die Feuerwehr bei entsprechenden Schadensfällen meist als erste vor Ort ist, sind eine schnelle Lageeinschätzung und die Einleitung geeigneter Maßnahmen entscheidend. Im Mittelpunkt stehen dabei die Rettung von Menschen und der Schutz der Einsatzkräfte. Um die nötige Routine zu vertiefen, werden zwei Szenarien simuliert. Eines davon ist der Fund einer radioaktiven Probe in einem Schrottcontainer. In der zweiten Übung wird ein Transportunfall nachgestellt, wie er beispielsweise bei einem Gefahrguttransport mit radioaktiven Arzneimitteln auf der Autobahn passieren könnte.
Universität unterstützt mit Fachwissen
„Solche Übungen sind für uns wichtig, weil seltene Lagen nur dann sicher beherrscht werden, wenn Abläufe vorher praktisch trainiert wurden“, sagt Stefan Behrendt, der Leiter der Mainzer Feuerwehr. Er dankt der Johannes Gutenberg-Universität und dem zuständigen Ministerium für die „sehr gute fachliche Zusammenarbeit“.
Bei den Übungen kommen ausschließlich sehr schwache und kontrollierte Strahlenquellen zum Einsatz, wie sie auch in Forschung und Medizin üblich sind. Laut Feuerwehr besteht zu keiner Zeit eine Gefährdung für die Übungsteilnehmer, die Bevölkerung oder die Umwelt. Außerhalb des abgesperrten Übungsbereichs sei keinerlei Strahlung messbar.
Die Universität unterstützt die Feuerwehr mit ihrer fachlichen Expertise im Bereich Radioaktivität und Strahlenschutz. Die JGU bildet seit vielen Jahren im Umgang mit ionisierender Strahlung aus, darunter auch Einsatzkräfte von Feuerwehren. Für das aktuelle Training haben die Feuerwehr und die JGU gemeinsam die realitätsnahen Übungen entwickelt.