Zug fährt leeren Kinderwagen an - Anzeige gegen die Mutter

Zugführer erleidet Schock

Zug fährt leeren Kinderwagen an - Anzeige gegen die Mutter

Nachdem am Dienstagnachmittag ein Zug im Mainzer Hauptbahnhof einen leeren Kinderwagen erfasste (wir berichteten), erwartet die 21-jährige Mutter nun eine Strafanzeige.

Als die Regionalbahn gegen 13 Uhr auf den Kinderwagen fuhr, befand sich das knapp einjährige Baby am Bahnsteig auf dem Arm seiner Mutter und blieb unverletzt. Der Zugführer hatte den Kinderwagen erkannt und unmittelbar eine Notbremsung eingeleitet. Nach etwa 50 Metern kam der Zug zum Stehen. Der Mann erlitt einen Schock und benötigte ärztliche Hilfe.

Da zunächst unklar war, ob sich ein Kind in dem Kinderwagen befand, suchten Bundespolizei und Feuerwehr die Gleise nach Personen ab und sammelten die Kinderwagenteile ein. Erste Ermittlungen ergaben, dass sich der Kinderwagen am Bahnsteig selbstständig machte, als die Mutter ihn einen Augenblick aus den Augen verlor.

Die Bundespolizei sicherte Videoaufzeichnungen und wird die betroffenen Personen und Zeugen vernehmen. Die 21-jährige Mutter erwartet eine Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie Körperverletzung.

Alle Gleise am Hauptbahnhof Mainz waren von 13:05 bis 13:21 Uhr gesperrt. Gegen 14 Uhr wurde die Sperrung der unmittelbar betroffenen Gleise 5 und 6 aufgehoben. 35 Züge hatten eine Verspätung von insgesamt 894 Minuten. Sechs Züge wurden umgeleitet. Es kam zu zwei Totalausfällen und fünf Teilausfällen.

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