Eine private Initiative namens „Welterbe Gutenberg“ setzt sich dafür ein, das Erbe von Johannes Gutenberg als Immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO anerkennen zu lassen. Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) zeichnet mit diesem Titel Meisterwerke der menschlichen Schöpfungskraft aus und schützt diese. Unterstützung erhält das Projekt von Oberbürgermeister Nino Haase, der die Schirmherrschaft übernommen hat.
Die Initiatoren sehen Gutenbergs Druck mit beweglichen Lettern als weitreichende Erfindung: „Gutenberg hat nicht nur den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden, sondern ist der Wegbereiter für alle Massenmedien, von Flugblättern über Zeitungen bis hin zu den digitalen Medien“, erklärt Markus Kohz, Vorstandsmitglied der Gutenberg-Gesellschaft und Mitinitiator. Wie bekannt Gutenberg weltweit sei, zeigten zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland für die derzeit im Mainzer Dom ausgestellte größte Bibelseite der Welt.
Wegbereiter für die moderne Welt
Für Torsten Kirchmann, Journalist und Vorsitzender des Presseclubs Mainz, markiert Gutenbergs Leistung den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit. Erst durch seine Erfindung hätten unzählige Menschen von Fortschritten wie den Erkenntnissen Johannes Keplers oder Isaac Newtons erfahren. Sie habe die Entstehung moderner Gesellschaften geprägt, die Wissenschafts- und Meinungsfreiheit gefördert und die Demokratie ermöglicht.
Um die Bewerbung zu untermauern, will die Initiative wissenschaftliche Gutachten aus der Publizistik, Politologie und Soziologie erstellen lassen. „Dabei kooperieren wir auch eng mit der Gutenberg-Gesellschaft, dem Gutenberg-Museum, der Gutenberg Stiftung und anderen Organisationen in Mainz“, kündigt Kohz an.
„Darauf können wir Mainzer stolz sein“
Auch Oberbürgermeister Nino Haase, der zugleich Präsident der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Mainz ist, unterstützt das Vorhaben. „Gutenberg ist in Amerika zum ‘Man of the Millenium’ gewählt worden und wer, wenn nicht er, verdient es, von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe erklärt zu werden“, so Haase. Die Initiative mache das herausragende historische Erbe von Mainz weltweit sichtbarer.
„Zusammen mit dem Weltkulturerbe SchUM wird das immaterielle Kulturerbe Gutenberg dem historischen Erbe unserer Stadt als bedeutenden Ort der Geschichte gerecht – und darauf können wir Mainzerinnen und Mainzer stolz sein“, so der Oberbürgermeister. Die Initiative stellt nun die umfangreichen Bewerbungsunterlagen zusammen, die bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe eingereicht werden. Anschließend entscheidet die Kultusministerkonferenz, ob der Antrag in die deutsche Vorschlagsliste für die UNESCO aufgenommen wird.