So sieht das Mainzer Rathaus ab November aus

Die Rathausmitarbeiter ziehen im November in ein Übergangsquartier. Denn das Rathaus am Rhein muss saniert werden. Einen Namen hat das neue Rathaus schon: „Stadthaus Große Bleiche“.

So sieht das Mainzer Rathaus ab November aus

Weil das Rathaus dringend saniert werden muss, bereitet die Stadt Mainz gerade einen XXL-Umzug in ein Ausweichquartier vor. Nach einem Jahr hatte die Stadt ein passendes Gebäude gefunden. Jetzt hat Oberbürgermeister Ebling (SPD) den Schlüssel für das Gebäude in der Großen Bleiche überreicht bekommen. Für rund 32 Millionen Euro hat es die Stadt von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gekauft.

„Es wird kuschelig, aber spannend.“ Michaela Matz, Liegenschaftsdezernentin

Ebling selbst spricht von einer „Zukunftsvorsorge“. Denn die Stadt wachse und mit ihr auch die Stadtverwaltung. Deshalb werde das Gebäude auch nach der Rathaussanierung weiter genutzt. Ebling hofft, dass die Sanierung in drei Jahren abgeschlossen ist. Ab November ist die Stadt dann offiziell Eigentümer des neuen Übergangsquartiers in der Großen Bleiche. Spätestens im Dezember sollen alle Mitarbeiter umgezogen sein. Umbauten soll es nicht geben, auch die Möbel werden vom Vorbesitzer übernommen.

Büros schon verteilt

Das Gebäude misst 14.650 Quadratmeter plus Tiefgarage. Wie Wirtschaftdezernentin Manuela Matz (CDU) sagt, sei die Nutzfläche insgesamt etwas kleiner als im bisherigen Rathaus. Die Mitarbeiter müssten also zusammenrücken, so Matz. Außerdem haben noch mehrere Firmen im Gebäude Flächen gemietet, die ersten sollen im nächsten Jahr aus ihren Büros ausziehen. Matz glaubt, dass der Platz im neuen Rathaus dennoch eher knapp wird. „Es wird kuschelig, aber spannend.“ Wie Oberbürgermeister Ebling sagt, sei die Belegschaft eher skeptisch, was den Umzug angeht. Er und die Dezernenten werden im November in die oberste Etage einziehen, dort hatte früher der Bankvorstand seine Büros.

Stadtratssitzungen in Zukunft im Landtags-Plenum

Im neuen Gebäude werden aber nicht alle Mitarbeiter Platz finden. Die Stadt sucht deshalb noch nach Büroräumen zur Miete. Noch keine Lösung gefunden ist zum Beispiel für die Ortsverwaltung der Altstadt. Auch ein großer Saal fehlt, deshalb hat der Landtagspräsident zugesagt, dass der Stadtrat seine Sitzungen im Plenarsaal im Landesmuseum gegenüber abhalten kann - ebenfalls ein Provisorium, weil der Landtag auch saniert wird. Die Ausschüsse sollen zum Teil im neuen „Stadthaus Große Bleiche“ tagen, zum Teil aber auch in Bürgerhäuser der anderen Stadtteile ziehen. Und auch in der Mittagspause müssen sich die Mitarbeiter umstellen: eine Kantine gibt es nicht.

LBBW nutzt Gebäude nicht mehr

Der bisherige Eigentümer des zukünftigen Rathauses „BW-Immobilien“ zieht an den Zollhafen. Mario Hanika von „BW-Immobilien“ bezeichnete den Verkauf als glückliche Fügung. „Das Gebäude ist momentan komplett fremdvermietet. Wir nutzen die Räume nicht mehr.“

Wie es nach der Sanierung des Rathauses mit dem „Stadthaus Große Bleiche“ weitergehen soll, hat die Stadt indes noch nicht entschieden. Fest steht aber: die Stadt hat es gekauft und will es weiter nutzen. Möglich wäre, dass das neue Gebäude wieder zum Übergangsquartier wird, weil das Stadthaus in der Kaiserstraße dann saniert wird. (mm)

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